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Doppelschlag in der Nachspielzeit

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NÄCHSTES SPIEL
Freitag, 20.07.2018
18:30 Uhr
Hainsberger SV (Aus)
Kirchstraße 1, 01705 Freital
M1
Großenhainer FV
03.03.2018
3
:
3
15:00 Uhr
0
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Kunstrasenplatz, Hohe Str. 29, 01558 Großenhain
Alle Spiele
Eintracht Niesky

Der Großenhainer FV rettet gegen die unheimlich effektive Eintracht aus Niesky beim 3:3 wenigstens einen Zähler.

Von Thomas Riemer

 

Das ging gerade noch einmal gut: Als selbst eingefleischte Fans von Fußball-Landesligist Großenhainer FV am Sonnabend bereits am Verlassen des Sportparks im Husarenviertel waren, drehten die Gastgeber ein verrücktes Spiel noch. Mit letzter Kraft bugsierten erst Klemens Krüger (90.) und kurz danach der eingewechselte Martin Brunzel (92.) das Leder über die Linie zum viel umjubelten 3:3 gegen Eintracht Niesky. Entsprechend unterschiedlich fielen die Reaktionen aus. „Wir haben ein fast verlorenes Spiel noch gedreht – ,Weltklasse‘“, zeigte sich GFV-Kapitän Sylvio Schwitzky erleichtert. Nieskys Coach Paul Neumann war verständlicherweise etwas enttäuscht: „Das 3:3 fühlt sich an wie eine Niederlage.“ Doch Neumann ergänzte sofort: „Das Ergebnis geht so in Ordnung.“

Recht hat er. Die Gastgeber mussten ihre Stammformation gehörig umstellen. Moritz Meißner, Henning Lotzmann und Matthias Walter fehlten wegen „Kartensperren“. Max Meißner nahm auf der Wechselbank Platz. Dafür rückte Eric Bachmann wieder in den Abwehrverbund, Clemens Krüger sollte hinter den Spitzen die Fäden im Mittelfeld knüpfen.

Doch bei eisigen Temperaturen vor der Minuskulisse für Großenhainer Verhältnisse (56 zahlende Zuschauer) war erst einmal eine recht zähe erste Hälfte zu sehen. Denn dem Tabellendritten gelang es nicht, sein bislang so erfolgreiches Spiel aufzuziehen. Die Eintracht zeigte sich von der ersten Minute kampfstark, im Abwehrverhalten sehr robust und keineswegs zimperlich. Zwar hatte der GFV stets ein leichtes Übergewicht und mehr Ballbesitz. Doch wirklich große Torgelegenheiten gab es erst einmal nicht. Nach 35 Minuten erhöhten die Gastgeber urplötzlich die Drehzahl. Erst ging ein Bachmann-Kopfball nach Ecke von Schwitzky knapp neben das Gehäuse. Eine Minute später rasierte ein Witschel-Kracher die Latte. Und als der wieselflinke Stürmer bei einem Eintracht-Rückpass den Braten roch, hatte Keeper Daniel Höher in letzter Sekunde einen Fuß dazwischen. Niesky selbst kam nur selten bis vor das Großenhainer Tor. Doch quasi mit dem Halbzeitpfiff nutzten sie eine von zwei Gelegenheiten per Flachschuss zur etwas überraschenden Pausenführung.

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff die nächste „kalte Dusche“ für den GFV. Mit einem Eigentor des diesmal glücklosen Nick Volkmann besorgten sie selbst das 0:2. Was nun, GFV?

Die Röderstädter antworteten wütend, aber noch ziemlich konzeptlos. Ein   Schwitzky-Hammer ging in die Wolken, ein Direkt-Schuss von Löffler blieb in der vielbeinigen Gästeabwehr hängen, ein Marx-Freistoß überwand zwar die Mauer, nicht aber den fangbereiten Keeper. Unverkennbar aber: Der GFV machte unheimlich Dampf. In der 65. Minute scheiterten erst Witschel, dann Krüger im Sekundentakt mit hochprozentigen Chancen – den 1:2-Anschluss verschenkten in derselben Minute die Gäste per Eigentor. Als Witschel zwei Minuten darauf im Strafraum von den Beinen geholt wurde, hatte Marx die Ausgleichschance vom „Punkt“ – und scheiterte am Gäste-Torwart. Haareraufen und Kopfschütteln – die Reaktionen auf und neben dem Spielfeld. Doch Großenhain zeigte Moral. Knapp 20 Minuten fand Niesky auf dem Kunstrasen so gut wie nicht statt.

„Mit der Führung im Rücken waren wir defensiv eingestellt“, bestätigte Coach Neumann. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf das Höher-Gehäuse. Doch statt Ausgleich folgte in der 84. Minute die vermeintliche Entscheidung zugunsten der Gäste. Sie spielten einen Konter mustergültig aus, und auch Torwart Roßmüller konnte nur noch hinterherschauen. „Wir haben uns nach dem 3:1 zu sicher gefühlt“, sagte Nieskys Trainer nach dem Spiel. Denn mit dem letzten Aufbäumen der Gastgeber kam es dann doch noch zum Remis. „Das ist für uns wie ein Sieg“, so GFV-Spielführer Schwitzky nach der Begegnung, in der er „eine schlechte erste Halbzeit von uns“ gesehen hatte. Niesky-Coach Neumann hatte da  die erste Enttäuschung schon abgelegt. „Der Punkt passt in unsere Planung. Wir wollen wie in der Hinrunde wieder mindestens 21 Zähler holen. Zwei haben wir.“

 

Quelle: SZ Großenhain vom 5.3.2018

 

 

 

 

 

Aus Sicht von Niesky

Am 18.Spieltag der Landesliga ging es für die Nieskyer Eintracht erneut in die Fremde, mit dem Spiel beim Neuling in Großenhain. Der Gastgeber, aktuell auf dem respektablen 3.Tabellenplatz, sollte eigentlich der Favorit sein. Dem entgegen steht die Auswärtsstärke der Eintracht und so rechnete man sich schon etwas aus. Außerdem hatte man noch eine Rechnung offen für die unglückliche Heim-niederlage in der 1.Halbserie.

Ohne personelle Probleme begann Eintracht die Partie auf dem Kunstrasenplatz in Großenhain. Mit dem Anpfiff sah man eine couragierte Gästemannschaft die bissig agierte und rechtzeitig den Gastgeber beim Spielaufbau mit Erfolg attackierte. Das Spiel neutralisierte sich überwiegend im Mittelfeld, so dass sich echte, gefährliche Torchancen auf beiden Seiten kaum ergaben. Auf dem noch leicht überfrorenen Untergrund waren einige Abwehraktionen dabei die nicht immer im fairen Bereich und wurden vom Schiedsrichter mit gelb geahndet. Dies beweist der Zeitraum zwischen der 24. und 36.Minute mit vier Verwarnungen (drei davon für Eintracht). Darum war in der weiteren Spielzeit für die verwarnten Spieler Vorsicht geboten, da man am Rand der Ampelkarte stand.

Die erste Hälfte der Partie befand sich bereits in der Schlussphase, aber die hatte es dann in sich. In der 40.Minute der erste richtige Kracher mit dem Distanzschuß des Großenhainers Witschel. Der Ball knallte ans Lattenkreuz des Nieskyer Tores. Aber auch die Eintracht kam durch Jonathan Schneider in der 42.Minute zu einer guten Möglichkeit. Kurz vor dem Pausenpfiff (45.Minute) ein schneller Aufbau von Eintracht mit der gelungenen Eingabe von Tobias Wittek von der rechten Seite. Der Ball kam zu Jiri Sisler der diesen blitzschnell ins Tor der Gastgeber einschieben konnte. Die Eintracht führte somit 1:0, das gleichzeitig auch der Pausenstand war.

Die taktischen Vorgaben des Trainerteams erfüllte die Nieskyer Mannschaft in dieser 1.Halbzeit hervorragend und dies sollte sich in der 2.Hälfte so fortsetzen. In der Anfangsphase der 2. Halbzeit kam es dann zu zwei kuriosen Szenen. Jiri Sisler brachte den Ball nach einer Ecke in der 50.Minute in den Strafraum, als Volkmann beim Abwehrversuch der Ball versprang und im eigenen Tor einschlug. Somit führten die Nieskyer mit 2:0. Diese komfortable Führung hatte aber nicht lange Bestand. Dem Nieskyer Artur Janus ereilte in der 56.Minute das gleiche Schicksal, so das der Gastgeber zum Anschlusstreffer kam. Die Großenhainer kamen nun besser ins Spiel und drängten auf den Ausgleich. Ein ungestümes einsteigen von Aron Ritter im eigenen Strafraum wurde mit Elfmeter vom Schiedsrichter geahndet (67.Minute). Der Ex-Görlitzer Torsten Marx, vielen Nieskyer Spielern bekannt, trat vom Punkt an, doch Daniel Höher kann den Ball abwehren mit einer spektakulären Tat den Ausgleich verhindern. In der Folgezeit versuchten die Gastgeber den Ausgleich zu erzielen, während die Eintracht auf schnelles Konterspiel setzte, um die Führung zu halten oder gar auszubauen. Die Abwehr der Nieskyer stand sicher gegen die Sturmläufe der Gastgeber, die enorm auf den Ausgleich drängten. Ein typischer Konter der Nieskyer dann in der 85.Minute mit der Vorlage von Jiri Sisler auf Luca-Darius. Der fackelte nicht lange mit dem Ball und vollendete zum 3:1 für die Nieskyer.

Damit sollten alle Fronten geklärt gewesen sein, auch wenn noch 5 Minuten zu spielen waren. Doch manchmal kommt es anders, als man denkt. Es waren zwei Minuten Nachspielzeit durch den Schiedsrichter angezeigt, als in der 90.Minute nach einem Gewühl heraus der Ball im Nieskyer Tor war. Nun geriet die Eintracht noch mehr unter Druck.Ein letzter Angriff dann der Gastgeber in der 2.Nachspielminute und das Unfassbare trat ein. Erneut landet der Ball im Nieskyer Tor zum 3:3 Ausgleich, mit dem sich die Eintracht um den sicher geglaubten Sieg brachte.

 

Quellehttps://www.fupa.net/berichte/sachsenliga-sekunden-fehlten-zum-auswaertsdreier-der-eintrac-1969042.html vom 6.3.2018

Mitspieler
Roßmüller, Haschke, Bachmann, Weihrauch, Kirsche (83. Brunzel), Volkmann (56. Max Meißner), Löffler, Krüger, Witschel, Marx, Schwitzky
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