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Großenhain stürmt an die Spitze

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Samstag, 17.02.2018
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Großenhainer FV
18.11.2017
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13:30 Uhr
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Jahnkampfbahn
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Rapid Chemnitz

Jachmann-Elf gewinnt intensives Spiel gegen Rapid Chemnitz mit 4:2. Torsten Marx und Clemens Krüger treffen doppelt.
Von Thomas Riemer (SZ)

 

Es ist nicht die Art von Andreas Jachmann, einzelne Akteure seiner Mannschaft besonders hervorzuheben. Nach dem 4:2 am Sonnabend gegen Rapid Chemnitz macht der Trainer des Großenhainer FV indirekt eine Ausnahme, fordert seinen Keeper Mirko Roßmüller zum Interview für die Medien. Doch weil der „kneift“, kommt Mittelfeldmotor Henning Lotzmann - in „Rossis“ roter Torwartkluft inklusive Handschuhe. Die Chemie beim neuen Spitzenreiter der Fußball-Landesliga stimmt, und der Spaß kommt nach solchen Spielen wie gegen Chemnitz offenbar nicht zu kurz.

Aber der Reihe nach: Coach Jachmann lässt seinen etatmäßigen Kapitän Silvio Schwitzky diesmal auf der Bank. „Er hat beim Warmmachen signalisiert, dass er nicht hundertprozentig fit ist“, so Jachmann. Und weil Abwehrchef Matthias Walther in den letzten beiden Punktspielen dieses Jahres wegen einer geplanten kleinen Operation ausfallen wird, nimmt Eric Bachmann dessen Position ein. Wieder in der Anfangsformation auch Moritz Meißner, der die Kapitänsbinde übernimmt und eine bärenstarke Partie abliefert.

Großenhain beginnt vorsichtig. Pässe in die Tiefe und auf die Außen sind das richtige Rezept auf dem nicht leicht zu bespielenden Rasen der Jahnkampfbahn. Doch Zählbares springt zunächst nicht heraus, weil Bälle immer wieder verspringen oder Flanken etwas überhastet in der Chemnitzer Abwehr landen. Überhaupt haben die Gäste in der ersten Hälfte gefühlt mehr Ballbesitz und suchen immer wieder ihren Torjäger Florian Mielke. Doch der ist zumeist in guten Händen der GFV-Abwehr. Wenn doch einmal etwas aufs Großenhainer Tor kommt, dann ist da Mirko Roßmüller. Vier, fünf hundertprozentige Chemnitzer Gelegenheiten wehrt er ab - so auch den ersten „Warnschuss“ in der 12. Minute. Einen Freistoß genau an der Strafraumgrenze pariert er mit sensationeller Fußparade.

Die GFV-Antwort nach 19 Minuten. Der sehr agile Clemens Krüger setzt sich halblinks durch, seinen Pass in den Raum vollendet Torsten Marx mit überlegtem Schlenzer halbhoch ins linke Eck. Nur zwölf Minuten später die gleichen Akteure: Krüger dringt in den Strafraum ein, kommt im Zweikampf an der Grundlinie zu Fall. Schiedsrichter Taugerbeck zeigt auf den „Punkt“. Zwar ist Chemnitz‘ Keeper Wolf in der richtigen Ecke, der Schuss von Marx aber platziert genug für das 2:0.

Die Freude währt nur kurz. Quasi im Gegenzug nutzt Steve Grube einen „Aussetzer“ beim GFV zum Anschlusstor. Es folgt die schwierigste Phase für die Gastgeber, weil Chemnitz jetzt Morgenluft wittert. Noch vor der Pause wäre der Ausgleich nicht unverdient gewesen. Doch mehrere Hochkaräter landen entweder über oder neben dem GFV-Tor oder werden von „Hexer“ Mirko Roßmüller entschärft. So rettet sich die Jachmann-Elf mit etwas Glück und der Führung in die Halbzeitpause.

 

Jubel gleich nach Wiederanpfiff
 

Fast 150 zahlende Zuschauer bekommen gleich nach dem Wechsel die Antwort auf die bange Frage, ob die zweite Halbzeit für „ihre“ Großenhainer ausfallen wird. Das 3:1 durch Clemens Krüger, der in der 47. Minute urplötzlich kurz hinter der Mittellinie völlig frei stehend den Ball erhält und Torwart Wolf umkurvt, fällt zum psychologisch günstigsten Zeitpunkt. Jetzt können die Gastgeber ihr Spiel aufziehen. Henning Lotzmann und der nimmermüde Nick Volkmann knüpfen die Fäden. Und weil überhaupt alle Großenhainer keinen Ball verloren geben, geht die Reise immer wieder gefährlich Richtung Chemnitzer Tor. Aber Krüger schickt das Leder nach Zuspiel von Walther in den Himmel gen benachbarter Bahntrasse (56.), Meißner kann bei seinem Durchbruch nach 60-Meter-Sprint nur durch Foul gebremst werden (60.). Zudem verweigert der Schiedsrichter dem GFV nach Notbremse an Marx einen weiteren Elfer (63.).

Chemnitz-Trainer Schreyer setzt in der 67. Minute alles auf eine Karte und wechselt im Dreierpack. Wieder hält „Rossi“ mit zwei Glanzparaden die Führung fest (77.). Dann passiert es doch: Torjäger Mielke staubt zum 2:3 ab. Jetzt drücken die Gäste. Spüren, dass vielleicht noch etwas geht. Doch der GFV verlegt sich aufs Kontern. Und als Volkmann wieder einmal einen „aussichtslosen“ Ball erkämpft und Krüger schickt, steht es 4:2 (82.). Es ist die Entscheidung in einem „intensiven Spiel“, wie es Henning Lotzmann später formuliert. Auch Trainer Andreas Jachmann spricht von einem „rassigen, packenden Duell“. Rapid Chemnitz habe seinen persönlichen Eindruck bestätigt, „dass die Mannschaft in der Tabelle unter ihren Möglichkeiten steht“. „Aber wir haben defensiv sehr stark gearbeitet“, so Jachmann. „Was Henning Lotzmann und Nick Volkmann heute gespielt haben, das war überragend“, verteilt er sogar Einzellob. Nicht zu vergessen Mirko Roßmüller.

Das Großenhainer Lächeln nach dem Spiel wird noch etwas breiter: Da Spitzenreiter Lößnitz beim 0:1 gegen die „Reserve“ des VFC Plauen daheim ausgerutscht ist, geht der GFV nun sogar als Tabellenführer in den nächsten Spieltag. „Das ist eine schöne Momentaufnahme“, wehrt Andreas Jachmann ab. Jetzt über Staffelsieg oder Aufstieg zu reden, „ist völlig illusorisch. Unser Ziel ist nach wie vor ein einstelliger Tabellenplatz am Ende der Saison.“

Mitspieler
Roßmüller - Walther, Bachmann, Mo. Meißner, Weihrauch, Lotzmann, Löffler (ab 63. Kirsche), Volkmann (ab 87. Anders), Krüger, Marx (ab 89. Schwitzky), Haschke
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