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Großenhain demontiert schwachen RBC

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Radebeuler BC

Röderstädter sind nach 5:0-Kantersieg Spitzenreiter für eine Nacht. Radebeul spielt ideenlos und mit schweren Beinen.
Von Thomas Riemer (SZ)

Das Lächeln von Matthias Müller wirkt etwas gequält, dann redet er Klartext: „So darf man sich hier nicht verkaufen“, sagt der Trainer des Radebeuler BC nach der deftigen 0:5-Klatsche beim Großenhainer FV. Vorausgegangen sind 90 Minuten, die sein Kollege Andreas Jachmann als „unsere beste Leistung bisher“ bezeichnet. „Wir haben die Fehler der Radebeuler gnadenlos bestraft, auch wenn das Ergebnis vielleicht um ein oder zwei Tore zu hoch ausgefallen ist“, fügt er hinzu.

Der RBC war immerhin mit dem Bonus angereist, am Dienstag ins Viertelfinale des Landespokals eingezogen zu sein. Doch man merkte den Karl-May-Städtern vom Anpfiff weg an, dass die 120 Minuten vom Pokalfight in Bannewitz nachwirkten. Schnelligkeitsnachteile, fehlende Spritzigkeit, eben einfach „schwere Beine“ brachten den RBC immer wieder in Schwierigkeiten gegen eine Großenhainer Elf, die auf den Tag topfit war. Schon nach zehn Minuten klingelte es zum ersten Mal im Gehäuse von Keeper Toni Bunzel. Volkmann war auf und davongezogen, passte auf Löffler, dessen Eingabe von rechts Clemens Krüger einnetzte. Damit waren die Gäste frühzeitig kalt erwischt, während der GFV unbeirrt seine Kreise zog. „Wir hatten uns natürlich einen Plan zurechtgelegt“, so Coach Jachmann, der den RBC in Bannewitz „studiert“ hatte. Seine Schützlinge erarbeiteten sich folglich sehr viele Bälle, um dann druckvoll in die Tiefe zu spielen. Als Silvio Schwitzky in der 15. Minute nach innen passte, vergaben erst Marx, dann Krüger zwei Riesenchancen. Erneut Schwitzky bediente wenig später wieder Torsten Marx, doch RBC-Verteidiger Deugoue Leugoue rettete für seinen schon geschlagenen Torwart. Als die Begegnung ein wenig „einzuschlafen“ drohte, fanden sich Schwitzky und Marx – und Henning Lotzmann brauchte nur noch ins leere Tor einzuschieben (2:0). Einzige nennenswerte Aktion der Radebeuler vor dem Wechsel war ein Freistoß in der 43. Minute, der eine Beute von GFV-Keeper Roßmüller wurde.

Nach dem Wechsel sahen die 250 zahlenden Zuschauer zunächst eine recht zerfahrene Partie. Dem RBC merkte man nach dem Doppelwechsel das Bemühen um eine Resultatsverbesserung an. Doch es blieb beim Wollen, weil sich die Müller-Elf immer wieder in Einzelaktionen verzettelte. Anders der GFV, der seine Fans mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung ins Staunen brachte. Als Thomas Löffler mit seiner zweiten Torvorbereitung Clemens Krüger in der Mitte mustergültig bediente, war das Spiel mit dem 3:0 praktisch entschieden (56.). Der RBC machte es den Röderstädtern nicht nur in dieser Situation viel zu leicht. Ein Foul von Philip Heineccius an Clemens Krüger ließ dem Cottbuser Schiedsrichter Felix Alich keine andere Wahl, als auf Elfmeter zu entscheiden. Silvio Schwitzky verwandelte eiskalt und knallhart (62.).

 

Richter vergibt Radbeuler Chance
 

Jetzt hatte sich die RBC-Elf offensichtlich endgültig aufgegeben. Körpersprache und Verunsicherung waren eindeutig, während die Großenhainer das Spiel kontrollierten und fast nach Belieben dominierten. Erst mit der Einwechslung von Willi Richter kamen die Radebeuler zu einer ersten Mini-Chance – wohlgemerkt nach 71. Minuten. Als der Eingewechselte in der 77. Minute seine zweite Gelegenheit mit einem Schuss in die „dritte Etage“ abschloss, war dies sinnbildlich für den saftlosen RBC-Auftritt. Ganz anders die Gastgeber, die selbst beim Stand von 4:0 von Trainer Jachmann noch einmal zur „Ordnung in der Abwehr“ angefeuert wurden. Fast hätte Schwitzky seinen zweiten Treffer dieses Tages gemacht, doch nach Sturmlauf des starken Lotzmann versprang ihm der Ball. Torsten Marx machte es drei Minuten vor Schluss besser, vollendete im Nachschuss zum 5:0-Endstand.

„Wir hatten heute keinen Biss“, konstatierte RBC-Coach Matthias Müller nüchtern. „Es gibt Tage, da geht nichts. Dass das ausgerechnet in Großenhain passiert, ist natürlich nicht so gut“, fügte er mit Blick auf die Brisanz eines jeden Lokalderbys hinzu. Der schwere Boden, die hohe Belastung der letzten Tage hätten sicherlich den Großenhainern in die Arme gespielt. „Aber das darf keine Ausrede sein“, so Müller. Sein Gegenüber Andreas Jachmann freute sich vor allem, „dass wir den 250 Zuschauern guten Fußball geboten haben“. Das sei ihm fast wichtiger als der Blick auf die Tabelle. Doch die lügt nicht: Der GFV war nach seinem spektakulären Auftritt zumindest für eine Nacht Spitzenreiter der Landesliga, während der RBC mit 13 Punkten weiterhin eher nach unten blicken muss.

 

Quelle: SZ-Online vom 6.11.2017, http://www.sz-online.de/nachrichten/grossenhain-demontiert-schwachen-rbc-3810696.html

Mitspieler
Roßmüller - Haschke (ab 69. Reichl), Bachmann, Weihrauch, Lotzmann, Löffler, Volkmann (ab 69. Mo. Meißner), Krüger (ab 83. Scholtissek), Marx, Schwitzky
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