NEWSLETTER
KONTAKT
ANFAHRT

Schiebock für Großenhain eine Nummer zu groß ...

01
PLAZIERUNG
16
SPIELE
031
TORE
NÄCHSTES SPIEL
Samstag, 25.11.2017
14:00 Uhr
Markkleeberg (Aus)
Städtelner Str. 101, 04416 Markkleeberg
M1
Großenhainer FV
02.09.2017
0
:
7
15:00 Uhr
0
0
Jahnkampfbahn
Alle Spiele
Bischofswerdaer FV

Gegen den Oberliga-Krösus gibt es beim 0:7 eine Lehrstunde. Doch blamiert haben sich die Röderstädter nicht.

Von Thomas Riemer (SZ)

Aus der Traum: Der Sachsenpokal geht ohne den Großenhainer FV in die nächste Runde, die am Donnerstag in Leipzig ausgelost wird. Gegen den Oberliga-Spitzenreiter Bischofswerdaer FV hatten die Schützlinge von Trainer Andreas Jachmann nicht den Hauch einer Chance, auch wenn das 0:7 am Ende vielleicht um zwei Tore zu hoch ausgefallen ist. So sah es auch der Gastgeber-Coach nach den 90 Minuten. „Wir haben uns trotz des deftigen Resultats nicht blamiert“, sagt er.

Aber der Reihe nach. 315 zahlende Zuschauer sind gekommen. Schiebock ist mit voller Kapelle zur Großenhainer Jahnkampfbahn angereist. Mit breiter Brust sowieso nach drei überzeugenden Auftaktsiegen in der Oberliga. Auffälligste Personalie bei den Gastgebern: Torjäger Paul Konrad Witschel darf nach seiner Oberschenkelverletzung erstmals wieder von Anfang an ran. Leider wird es wieder nur ein Kurzeinsatz. Denn nach knapp einer halben Stunde greift er sich erneut an den Oberschenkel und muss durch Kevin Jähnig ersetzt werden.

Doch da sind im Prinzip die Messen bereits gelesen. Zwar setzen die Großenhainer nach Schwitzky-Flanke den ersten Akzent in Tornähe. Doch dann übernimmt der BFV das Zepter mit ballsicheren Spielzügen, immer auf Großenhainer Abwehrunachtsamkeiten lauernd. Die erste folgenreiche davon nutzt nach acht Minuten Sandro Schulze. Zwar erhält er den Ball in abseitsverdächtiger Position. Aber wie er ihn dann versenkt – das ist schon klasse (10.). Dass der BFV just in diesem Moment seinen Torjäger Tom Hagemann wegen einer Blessur auswechseln muss, merkt man kaum. Schiebock drückt, der GFV bleibt in Igelstellung. Dann läuft der BFV-Torpedo über rechts. Nach „Zuckerpass“ und präziser Flanke kommt GFV-Keeper Roßmüller zu spät aus dem Kasten – Cornelius Gries köpft zum 0:2 (20.). Während von den Gastgebern nach vorn kaum etwas zu sehen ist, haben sie hinten alle Hände (und Füße) voll zu tun. Insbesondere der pfeilschnelle und trickreiche Schulze stellt seine Gegenspieler ein ums andere Mal vor unlösbare Probleme. Erst nach 34 Minuten wieder ein Zeichen in Richtung BFV-Tor, doch nach dem bis dahin schönsten GFV-Angriff bleiben zwei Schussversuche jeweils an einem Bischofswerdaer Bein hängen.

Das 0:3 hat seinen Ursprung dann in einer einfachen Freistoßfinte. Das Leder wird an der Fünf-Meter-Linie nur leicht abgefälscht und trudelt hinter Roßmüller ins Netz. Torschütze: Frank Zille (39.). Es kommt noch schlimmer für den Landesliga-Neuling. Bei einem mustergültig vorgetragenen Angriff lassen die beteiligten BFV-Spieler die GFV-Akteure wie Statisten stehen. Zu allem Unglück lässt Roßmüller den Flachschuss prallen – vor die Füße von Marcel Hänsel (42.). Selbst über ein fünftes Gegentor vor der Pause hätten sich die Großenhainer nicht beschweren dürfen, doch Schiebock lässt den „Riesen“ in der 43. Minute liegen.

Ja, angesichts der Bischofswerdaer Dominanz musste man schon ein bissel um den GFV fürchten. Doch die Mannen um Kapitän Schwitzky kommen wie verwandelt aus der Kabine. Profitieren freilich auch davon, dass die Gäste einen Gang runter schalten. Jähnig und Schwitzky versuchen sich aus der Entfernung – aber das stellt BFV-Keeper Daniel Szcepankiewicz vor keine allzugroßen Probleme. Henning Lotzmann wiederum jagt aus guter Position den Ball in die „dritte Etage“. Unverkennbar aber: Großenhain drückt, will wenigstens das Ehrentor.

Mitten in diese Phase fällt das 0:5. Diesmal steht Zille nicht im Abseits und überwindet Roßmüller mit feinem Schlenzer ins lange Eck und damit seinem zweiten Tor dieses Tages (65.).

Die Gastgeber versuchen es weiter. Einen Schwitzky-Freistoß muss der BFV-Torwart kurz prallen lassen. Drei Minuten später ist der agilste Großenhainer, Clemens Krüger, im Pech, trifft den Pfosten (71.). Dann ziehen die Gäste die Zügel noch einmal an. Beim 0:6 zögert Roßmüller zu lange beim Herauskommen und wird von Torschütze Eric Merkel „vernascht“ (82.). Und zu allem Unglück schindet Schulze kurz vor ultimo noch einen Strafstoß heraus, den Dominic Meinel sicher verwertet.

Andreas Jachmann bleibt nach der Schlappe Realist. „Wir haben uns von vornherein nicht so viele Erfolgschancen ausgerechnet. Aber die Moral hat gestimmt“, sagt er. Insbesondere in der zweiten Halbzeit habe der GFV „gut gegengehalten“. Dass Schiebock so auftrumpft, habe er erwartet. „Es war ein deutlicher Klassenunterschied zu sehen“, gibt Jachmann unumwunden zu. Für seine Spieler hingegen sei die Begegnung gegen den Oberliga-Krösus „eine Lehrstunde“ gewesen.

Die „wahren“ Herausforderungen warten auf den GFV eh in der Landesliga. Schon in den nächsten beiden Spielen könnten wichtige Weichen gestellt werden – beide vor heimischer Kulisse gegen Pirna-Copitz und Zwenkau.

Coach Jachmann wird dann wohl wieder umstellen müssen. Denn die Verletzung von Witschel werde nach seinem Dafürhalten wohl wieder mindestens eine zweiwöchige Pause für den Stürmer bedeuten.

 

Quelle: SZ-Online, 4.9.2017: http://www.sz-online.de/nachrichten/schiebock-fuer-grossenhain-eine-nummer-zu-gross-3764612.html

092
Spielebrichte
103
Gewonnen
00
Bilder