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Meisterlicher Abschluss vor Rekordpublikum

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Samstag, 25.11.2017
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Großenhainer FV
10.06.2017
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Hainsberger SV

Großenhainer FV bezwingt im letzten Heimspiel Hainsberg mit 5:1 und überrascht Trainer Jachmann gleich mehrfach.
Von Thomas Riemer

 

Großenhain. Nach dem Spiel regnet es goldenes Konfetti. Ein Pulk von rund 20 Spielern und Betreuern tanzt. Den Pokal, den Kapitän Silvio Schwitzky kurz zuvor von Staffelleiter Günter Urban bekommen hat, will jeder anfassen und am liebsten gar nicht mehr hergeben. Der Großenhainer Fußballverein ist am Ziel seiner Wünsche, auch wenn der Aufstieg zur Fußball-Landesliga schon ein paar Tage in trockenen Tüchern ist. Mit einem grandiosen Auftritt im letzten Heimspiel und der Meisterehrung vor mehr als 400 Zuschauern setzten die Schützlinge von Trainer Andreas Jachmann das i-Tüpfelchen. Auch wenn der Coach im Moment des Erfolgs den Ball flach hält. „Diese Saison – das war kein Zufallsprodukt“, sagt er. „Darauf haben wir lange Zeit hingearbeitet.“

Dem Zufall wollen seine Kicker auch im letzten Heimspiel nichts überlassen. Schon nach zehn Minuten ist die Partie de facto entschieden. Und den Auftakt beim Toreschießen macht der, der eigentlich Tore verhindern soll: Mirko Roßmüller. Als Schiedsrichter Roberto Martin nach vier Minuten nach Foul im Strafraum auf den Punkt zeigt, schnappt sich Rossi unter tosendem Beifall das Leder und narrt seinen Gegenüber mit überlegtem Fachschuss ins Eck. „Er kann es also immer noch“, kommentiert Stadionsprecher Gert Nitzsche das Szenario mit Blick auf die frühere Feldspielerlaufbahn des Torhüters.

 

Kapitän Schwitzky trifft doppelt
 

Sechs Minuten später sorgt Martin Brunzel mit seinem 16. Saisontor für Spannung im vereinsinternen Kampf um die Torjägerkrone. Doch sein „Konkurrent“ Silvio Schwitzky macht schnell klar, dass er das nicht tatenlos hinnehmen will. Sein erster Versuch geht noch knapp am kurzen Pfosten vorbei (29.), aber sieben Minuten später lässt der Käpt’n die gesamte Hainsberger Defensive ganz alt aussehen und netzt zum 3:0 ein. Bis zur Pause nimmt der GFV anschließend eine „Kohle“ runter – und das rächt sich. Zwar kann Keeper Roßmüller einen Freistoß wie von Coach Jachmann gefordert („Rossi, das ist Deiner!“) mit tollem Reflex abwehren. Doch dann patzt die Nummer Eins doch einmal - und es steht nur noch 3:1 (42.).

Nach Pausentee und Ehrung für die ebenfalls erfolgreichen Nachwuchsteams von F-, E- und B-Junioren des GFV startet der Aufsteiger wie die Post. Silvio Schwitzky schießt sein 18. Saisontor und freut sich diebisch mit Vorlagengeber Henning Lotzmann (48.). Drei Zeigerumdrehungen später darf Tom Reichl an den Elfmeterpunkt, nachdem der Referee - für manchen überraschend - erneut auf Strafstoß entscheidet. Reichl verwandelt ganz cool und ist zumindest für den Moment der letzte GFV-Feldspieler, der in dieser Saison ins Schwarze trifft. Doch halt: Die Statistiker haben nach dem Spiel nachgeguckt. Einer fehlt noch in der Torschützenliste: Abwehrspieler Tom Weihrauch. Vielleicht bekommt er ja seine Chance im letzten Punktspiel am Sonnabend in Hartmannsdorf?

 

Team wählt Elfmeterschützen aus
 

Der Rest der Begegnung ist „Schaulaufen“. Kapitän Schwitzky zerrt eine Viertelstunde vor Ultimo noch einmal an den Ketten. Der GFV spielt sich noch zwei oder drei „Riesen“ heraus. Dann ist Schluss. Die Emotionen haben freien Lauf. Gänsehaut pur, als der Siegerpokal im schwarz-gelben Dynamo-Trabant-Cabrio einrollt. Freudentanz des Teams, die Offerte der Mannschaft an das Publikum: „Danke, ihr seid die besten Fans“. Trainer Andreas Jachmann erlebt die mindestens dritte Überraschung des Tages, aber die Flucht vor der obligatorischen Bierdusche gelingt nur halbherzig. Schon vorher hatte ihn sein Team bei den beiden Elfmeterschützen „ausgetrickst“. „Das hat die Mannschaft auf dem Platz unter sich ausgemacht. Ich hätte anders ausgewählt“, sagt er schmunzelnd.

Auch im Erfolgstaumel behält der Coach ansonsten die Übersicht. „Wir haben das Spiel gegen die Hainsberger klar beherrscht, jedoch die letzte Konsequenz vermissen lassen“, sagt er. Immerhin: Der Nimbus der Unbesiegbaren in dieser Saison bleibt erhalten und soll auch im letzten Spiel in Hartmannsdorf gewahrt werden. Erst dann dürfen alle Urlaub vom Fußball machen. Jachmanns Blick geht dennoch auch schon ein Stück voraus. Am 6. Juli beginnt die Vorbereitung auf die Sachsenliga. „Die Mannschaft bleibt komplett zusammen“, freut sich Andreas Jachmann, der seit 1990 mit drei kurzen Unterbrechungen Coach beim GFV ist.

Mit Blick auf das „Abenteuer Landesliga“ räumt er ein: „Wir müssen uns natürlich auch verstärken.“ Für Namen aber ist es noch zu früh. Die „raue Luft“ in der neuen Liga werden seine Kicker sicher schnell atmen. „Das ist für uns Neuland, eine Umstellung für alle“, so Jachmann. „Wir haben immerhin ein Jahr lang nicht verloren - das wird für meine Spieler dann in der Landesliga eine völlig neue Situation.“ Spricht’s und verschwindet in der Traube feiernder Spieler, Betreuer und Fans.

 

Mitspieler
Roßmüller – Haschke, Walther, Moritz Meißner, Weihrauch, Max Meißner (73. Jähnig), Lotzmann, Hänsel, Reichl (53. Anders), Brunzel (67. Löffler), Schwitzky
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