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Großenhains junge Wilde

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TORE
NÄCHSTES SPIEL
Samstag, 24.11.2018
15:00 Uhr
Eintracht Niesky (Aus)
Fichtestraße 18, 02906 Niesky
M1
Großenhainer FV
09.04.2016
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15:00 Uhr
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Jahkampfbahn
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SV Strehla
Der GFV bietet gegen Strehla wieder einen sehr jungen Kader auf. Das 4:0 fällt für Strehla eher freundlich aus.

Genau nach einer Stunde Spielzeit platzt Großenhains Co-Trainer der Kragen. „Konzentriert euch mal wieder! Körpersprache!“ fordert Alexander Gleis da unüberhörbar aus der Coaching-Zone. Angesichts einer sicheren 2:0-Führung des Großenhainer FV verwundert das etwas. Allerdings: Zu diesem Zeitpunkt, also in der ersten Viertelstunde nach dem Pausentee, hat sich ein bisschen der Schlendrian ins GFV-Spiel eingeschlichen. Die Jungs in der gelb-schwarzen Kluft auf dem grünen Rasen erhören den Ruf. Nach zwei prächtigen Kombinationen sorgt Goalgetter Paul Konrad Witschel mit einem Doppelschlag für den endgültigen Knockout beim Strehlaer SV.
Nur 100 zahlende Zuschauer wollen an diesem Samstag das Kreisderby des Rückrundenbesten gegen den Aufsteiger sehen. Was vielleicht daran liegt, dass ein paar potenzielle Fans lieber zu Dynamo nach Dresden gefahren sind. Stadionsprecher Gert Nitzsche nimmt es nach dem Spiel mit einem Schmunzeln. „Hier haben die Leute auf jeden Fall vier Tore gesehen, in Dresden keins.“
In der Tat ist auch die Fußballkost, die die Gastgeber bieten, nicht die schlechteste. „Wir haben heute wieder eine der jüngsten Mannschaften, die je bei uns gespielt hat“, so GFV-Präsident Andreas Vogel. Und fügt stolz hinzu: „Bis auf zwei Ausnahmen kommen alle aus Großenhain.“
Es sind vor allem die Youngster, die den Strehlaern von Anfang an tüchtig einheizen. Nick Volkmann wirbelt seinem Gegenspieler immer wieder davon und die Abwehr durcheinander. Das schnelle Spiel über die Flügel funktioniert. Und Lucas Partuscheck und Paul Konrad Witschel scheinen sich zuweilen „blind“ zu verstehen. Als Letzterer allein auf Strehlas Tor zusteuert, kann er nur noch per Notbremse gestoppt werden. Kapitän Silvio Schwitzky verwandelt den Elfer souverän – und stellt nach sieben Minuten die Weichen auf Sieg. Auch danach kommen die Gäste mit dem schnellen Großenhainer Spiel nicht zurecht. Immer wieder müssen Fouls herhalten, um die quicklebendige Offensive zu stoppen. Insgesamt, das sei vorweggenommen, bleibt es trotzdem ein sehr faires Spiel.
Vom SV Strehla ist in Sachen Torgefahr an diesem Tag kaum etwas zu merken. Die einzige Gelegenheit der Schwarz-Grünen ermöglicht ausgerechnet Großenhains Keeper Roßmüller, als er im Strafraum etwas leichtsinnig dribbelt, seinen Fehler aber sofort wieder gutmacht. Der GFV dagegen produziert einen gefährlichen Angriff nach dem anderen. Aber mal ist es der Strehlaer Schlussmann, der in letzter Sekunde rettet. Danach verhindern ein paar Strehlaer Beine im Verein, dass es beim 1:0 bleibt. Bis zur 30. Minute. Da schlagen die „jungen Wilden“ des GFV wieder zu. Volkmann setzt sich toll an der linken Grundlinie durch, Partuscheck muss nur noch einschieben – das 2:0.
Geteilte Sympathien in der Halbzeitpause – immer ein Ohr am Radio oder am Live-Ticker. Dynamo torlos. Aber Großenhain führt! Trotzdem plätschert das Geschehen auf dem Rasen in der ersten Viertelstunde nach Wiederanpfiff etwas lau vor sich hin. Erster „Höhepunkt“ in der 57. Minute ist eine gelbe Karte für Strehla und ein Freistoß, dessen Kopfballverlängerung über die Querlatte geht.
Dann greift Co-Trainer Alexander Gleis ein. Und plötzlich ziehen die Großenhainer die Zügel wieder etwas an. Nach dem 3:0 durch Witschel lässt der Vollblutstürmer nur vier Minuten später gleich noch das vierte Tor folgen. Da spekulieren die Strehlaer vorher auf Abseits, laufen dann hinterher. Partuschecks präzise Eingabe köpft Witschel aus kurzer Distanz ein.
Wieder zieht für ein paar Minuten Langeweile auf den Platz und die Ränge. Strehla hat sich offenbar mit seinem Schicksal abgefunden. Und der GFV nimmt das Tempo ein wenig aus dem Spiel, auch wenn Alex Gleis immer wieder von der Außenlinie Konzentration bis zum Schlusspfiff fordert. Doch selbst im „Sparflammenprogramm“ ist der GFV klar überlegen. Witschel, Partuscheck und Schwitzky zünden noch einmal kurzzeitig den Turbo, ohne Zählbares zu schaffen. Die tapferen Gäste sind letztlich nur noch um Schadensbegrenzung bemüht. Akzente in Richtung Roßmüller-Tor setzen sie nicht.
Strehla ist nach dieser Leistung dem Abstieg wohl ein Stückchen näher gerückt. Was der Sieg für den GFV wert ist, ist nicht absehbar. Platz vier gefestigt, doch Mittweida und Spitzenreiter Sebnitz sind schon ein Stück enteilt. Aber es sind immer noch acht Spieltage zu absolvieren. Und niemand weiß, ob zum Beispiel Sebnitz überhaupt aufsteigen will.

von Thomas Riemer
Foto: K.-D. Brühl
Mitspieler
Mirko Roßmüller,Erik Bewilogua (ab 75. Erwin Steinbock),Henning Lotzmann,Moritz Meißner,Ronny Rimkus,Max Meißner,Thomas Löffler (ab 72. Konstantin Hänsel),Nick Volkmann,Lucas Partuscheck,Paul Konrad Witschel,Sylvio Schwitzky

Tore
7.min. Sylvio Schwitzky (Elfmeter)
30 min. Lucas Partuscheck
63 min. Paul Konrad Witschel
67 min. Paul Konrad Witschel
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Spielebrichte
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Gewonnen
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