NEWSLETTER
KONTAKT
ANFAHRT
Neuzugang lüftet Geheimnis

Viele Tore sind ein Gütezeichen von Clemens Krüger, der beim Großenhainer FV unterschrieben hat. Im Vorjahr weilte er sogar zum Probetraining in Bautzen.

 

Clemens Krüger ist verschnupft. Mit seinem Wechsel zum Landesliga-Aufsteiger Großenhainer FV 1990 hat das aber nichts zu tun. Der torgefährliche Offensivmann, der aus Wilsdruff kam und für die SG Motor 55 Punktspieltore in den letzten drei Jahren markierte, hat sich eine Sommergrippe eingefangen. Auf dem Weg der Besserung, feiert Clemens Krüger am heutigen Dienstag seinen 23. Geburtstag. Zeit für ein ausführliches SZ-Gespräch fand der gebürtige Dresdner trotzdem.

Herr Krüger, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und zum Vertrag beim Großenhainer FV. Wie kam es zum Kontakt?

Die Großenhainer hatten schon vor der Saison 2016/17 angefragt, aber ich hatte Motor Wilsdruff schon fest zugesagt, zumal ich mich dort sehr wohlgefühlt habe. Im März dieses Jahres gab es dann wieder Kontakt zum GFV. Es war wirklich keine einfache Entscheidung, aber letztendlich habe ich mich für die sportliche Herausforderung entschieden.

Sind Ihre beiden Brüder noch aktiv?

Nein, sie haben ihre Laufbahn beendet, sind jetzt 33 und 34 Jahre alt. Der Mittlere ist Co-Trainer bei Motor Wilsdruff und hat in der Vorsaison hin und wieder noch als Spieler ausgeholfen. Der Älteste hat bis vor drei Jahren in Kesselsdorf gespielt. Dort haben wir es übrigens auch geschafft, dass wir drei Brüder zusammen in einer Mannschaft gespielt haben.

Wo haben Sie das Fußball-ABC erlernt?

Bei Dynamo Dresden. Einer meiner Trainer war Erik Schmidt, der jetzt Oberliga-Trainer in Bischofswerda ist. Auch unter Ex-Profi Sven Ratke habe ich mal trainiert. Ich war neun Jahre bei Dynamo, ehe ich in der B-Jugend nach Cossebaude gewechselt bin.

Warum dieser Wechsel?

Ich war ein halbes Jahr verletzt, hatte Morbus Osgood-Schlatter.

Was ist das denn?

Eine ziemlich schmerzhafte Reizung der Patellasehne. Bei mir waren gleich beide Knie betroffen.

Mussten Sie deshalb mit dem Leistungssport aufhören?

Nein, aber ich muss ehrlich sagen, mir ist in dieser Zeit etwas die Lust am Leistungssport abhandengekommen. Mir wurde bewusst, dass man in seiner Freizeit auch viele andere, interessante und schöne Dinge machen kann...

Wie ging es dann weiter?

Ich bin mit 15 dann nach Cossebaude gegangen, weil dort einige Kumpels von mir spielten. Im meinem zweiten A-Juniorenjahr bin ich schließlich zur SG Kesseldorf, wo meine Brüder spielten, gewechselt und habe dort mein erstes Männerspiel absolviert. Mein Trainer dort war Knut Michael, der jetzt den Hainsberger SV betreut.

Vor drei Jahren sind Sie dann nach Wilsdruff gegangen. Warum?

Das war schon eine etwas verrückte Geschichte. Eigentlich sollte eine Spielgemeinschaft zwischen Kesselsdorf und Motor Wilsdruff gebildet werden. Beide Vereine litten unter Spielermangel, daher wollte man zusammen weitermachen. Es sollte auch einen neuen Namen geben, aber dann ging die Vereinigung schief. Für uns als Spieler war der Wechsel aber beschlosse Sache. Ich weiß es nicht mehr genau, aber wir waren acht bis zehn Jungs, die sich dadurch den Wilsdruffern angeschlossen haben. Motor spielte damals noch in der Kreisoberliga, aber wir sind 2015 unter Trainer Lutz Neumann gleich aufgestiegen.

Sie haben auf Anhieb 21 Tore erzielt. Gab es da nicht schon eher mal eine Anfrage eines anderen Vereins?

Doch, die gab es. Wie gesagt, die Großenhainer hatten schon im Sommer 2016 angefragt. Anfang des letzten Jahres habe ich auch einmal zur Probe bei einem Regionalligisten vorgespielt.

Bei welchem Verein?

Darüber habe ich bisher in der Öffentlichkeit noch nie gesprochen, aber ich kann das Geheimnis jetzt ruhig lüften. Es war Budissa Bautzen, dort habe ich damals einige Tage mittrainiert. Trainer Thomas Hentschel hatte mich eingeladen, wenige Wochen später wurde er in Bautzen beurlaubt.

Platzte deshalb der Wechsel?

Nein, ich hatte mich schon vorher dagegen entschieden, obwohl ich schon mit dem Gedanken geliebäugelt hatte, noch einmal höherklassig zu spielen. Aber am Ende habe ich mich für die berufliche Sicherheit entschieden, zumal der sportliche Sprung auch sehr groß gewesen wäre.

In Großenhain wartet starke Konkurrenz im Offensivbereich auf Sie. Ist das Ansporn oder eher eine Last?

Für mich ist das eine große Motivation. Ich will mich dort durchsetzen. Und mir ist es eigentlich egal, wo ich offensiv eingesetzt werde. Auch auf der Außenbahn komme ich gut zurecht.

Was machen Sie beruflich?

Ich bin im Edelstahlwerk Freital angestellt, habe dort auch meinen Facharbeiter gemacht und arbeite im Wechsel in Früh- und Spätschichten.

 

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz (SZ)

 

11.07.2017 08:36 Uhr
Quellen
SZ-Online, 11.7.2017: http://www.sz-online.de/nachrichten/neuzugang-lueftet-geheimnis-3723730.html