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Wechsel nach sechs Jahren

Matthias Walther spielte für den SC Borea und den Heidenau in der Oberliga. Jetzt geht er für die Großenhainer auf Punktejagd.

Geschäftsführer Alexander Gleis ist zufrieden: „Matthias wohnt bei mir in der Nähe. Wir haben uns oft getroffen und ich immer mal wieder gefragt, ob er zu uns kommen will. Jetzt hat es geklappt.“ Gemeint ist Matthias Walther, 27 Jahre alter Mittelfeldspieler, der mit seiner Freundin in Dresden-Leuben lebt. Er kam in der Sommerpause vom Heidenauer SV, der seine Mannschaft freiwillig aus der Landesliga zurückgezogen hat. Mit dem HSV spielte Walther sogar in der NOFV-Oberliga, ebenso wie mit dem SC Borea. In Dresden geboren, bekam er u. a. bei der SG Dynamo sein fußballerisches Rüstzeug vermittelt. Walther, gebürtiger Großenhainer, gilt als Allrounder und stellte sich eine Woche vor dem Punktspielstart in der Landesklasse Mitte zum ausführlichen SZ-Gespräch.

Herr Walther, der Abschied in Heidenau dürfte Ihnen schwer gefallen sein...

Ja, das trifft es schon. Ich habe mich in Heidenau sehr wohlgefühlt und gern in der

Elbestadt Fußball gespielt. Ich war sechs Jahre beim HSV, habe Höhen und Tiefen mitgemacht. Das streicht man nicht einfach aus dem Gedächtnis.

Wie sind Sie zum Fußball gekommen?

Mit sieben Jahren habe ich mich bei Traktor Kalkreuth angemeldet. 2001 kam der Dresdner SC auf mich zu, nachdem man mich bei einem Fußball-Camp entdeckt hatte. Von 2002 bis 2006 habe ich in Dresden die Sportmittelschule besucht und bin zu Dynamo gewechselt. Nach meiner Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann bin ich zum SC Borea Dresden gegangen, habe in der Stadt- und der Landesauswahl gespielt. Borea spielte damals in der Regionalliga und ich bei einem Punktspiel gegen Hansa Rostock unter anderem auch gegen Toni Kroos. Danach ging er zum FC Bayern München.

Wann folgte Ihr erstes Männerjahr?

Das war in der Saison 2007/08 bei Borea. Wir spielten in der NOFV-Oberliga und wurden sogar Herbstmeister. Zum Aufstieg hat es dann aber leider nicht gereicht.

2010 kam die Anfrage des Heidenauer SV.

Mit dem Sie in die Oberliga aufgestiegen sind...

Ja, es war eine tolle Zeit, zumal ich mit einigen erfahrenen Ex-Profis zusammengespielt habe. Mich persönlich hat das vorangebracht. Allein die Tatsache, dass hinter mir ein Axel Keller im Tor stand, ist doch bemerkenswert. 2014 stiegen wir ab. Warum dürfte bekannt sein.

Was machen Sie beruflich?

Ich arbeite seit 2013 als Lagerist bei WM SE Fahrzeugteile in Dresden. Zuvor hatte ich drei Jahre als Sport-Instructor bei Activ-Sports gearbeitet.

Sie sind im besten Fußballer-Alter, haben viele Jahre in der Ober- und Landesliga gespielt. Warum sind Sie jetzt in die die 7. Liga gegangen?

Ich bin jetzt 27 und denke, dass ich damit nicht unbedingt im besten Fußballeralter bin. Ich habe den Sprung in eine höhere Liga leider nicht geschafft, es gab diesbezüglich in der Sommerpause auch keine Anfragen anderer Vereine. Ich freue mich auf die Aufgabe in Großenhain, zumal ich auch aus Cunnersdorf stamme, jetzt Familie und Freunde viel schneller mal besuchen kann.

 

Sie haben den sportlichen Aufschwung beim Heidenauer SV miterlebt, aber auch den Zerfall des Teams...

Aus meiner Sicht gab es keinen Zerfall der Mannschaft. Fakt ist, dass der Verein seinen Zusagen nicht nachgekommen ist beziehungsweise die Pläne, die geschmiedet wurden, einfach nicht aufgegangen sind.

Sie haben Ihre Mitspieler in der Vorbereitung näher kennengelernt. Was trauen Sie dem GFV in der Landesklasse Mitte zu?

Es ist eine richtig coole Truppe, mit einigen Individualisten und verschiedenen Charakteren. Ich wurde bestens aufgenommen und fühle mich pudelwohl. Wir wollen ganz oben mitspielen. Da ich diese Liga noch nicht kenne, bin ich gespannt, was da auf mich zukommt.

Gespräch: Jürgen Schwarz

08.08.2016 10:20 Uhr
Quellen
SZ-Online, 08.08.2016: http://www.sz-online.de/nachrichten/wechsel-nach-sechs-jahren-3461918.html