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Hier kommt Dynamo nicht durch
Wenn der Zweitligaaufsteiger nächste Woche in Großenhain spielt, könnte eine Schranke zum Sicherheitsrisiko werden.

Von Jörg Richter


Großenhain. Dynamo Dresden kommt in die Stadt. Am nächsten Mittwoch absolviert der Zweitliga-Aufsteiger gegen die U 23 von Hertha BSC sein Zweites von insgesamt fünf Testspielen. Und das auf der Jahnkampfbahn in Großenhain! Seit Wochen bereitet sich der gastgebende GFV darauf vor. Der Fußballverein ist ständig im Gespräch mit der Polizei, der Bundespolizei, dem hiesigen Ordnungsamt und natürlich Dynamo Dresden. Nichts soll schief gehen, nichts dem Zufall überlassen werden.

Bei den bisherigen Beratungen habe sich ein Problem herauskristallisiert, wie GFV-Geschäftsführer Alexander Gleis bestätigt. Es ist die Bahnschranke an der Jahnkampfbahn. „Gefühlt jede halbe Stunde fährt hier ein Zug vorbei. Dann ist die Schranke erst mal unten“, so Gleis. Bei dem zu erwartenden Zuschauerandrang könnte sie zum Gefahrenpunkt werden. Erst recht, wenn von hinten ortsunkundige Leute nach vorn drängen. Die Schranke ist von Weitem schlecht zu sehen, weil sie sich kurz hinter einer Bahnunterführung befindet. Außerdem ist diese Bahnunterführung für große Fahrzeuge ein echtes Nadelöhr. „Der Dynamo-Bus kommt da nicht durch“, sagt Gleis und gibt damit die Bedenken der Dresdner weiter.

Die Verantwortlichen von Dynamo möchten außerdem, dass der schwarz-gelbe Mannschaftsbus recht zügig, also ohne von einer Bahnschranke aufgehalten zu werden, an das Vereinsgelände des GFV heranfahren kann. Die Spieler sollen bei der Anreise so wenig wie möglich Kontakt zu den Fans haben. Sie sollen sich mental auf die Partie vorbereiten. „Das ist ja kein Geigelspiel, sondern für die Dynamos eine ernsthafte Trainingseinheit“, sagt Alexander Gleis. Nach dem Spiel bleibe noch Zeit für die Dynamo-Fans, sich ein Autogramm von ihren Lieblingen zu erhaschen.

In der Region rund um Dresden ist die Partie in Großenhain das erste Testspiel der SG Dynamo mit seinen Neuzugängen. Entsprechend viele Anhänger der Schwarz-Gelben werden erwartet. Gleis hofft auf mindestens 2500 Zuschauer. Zum Stichtag am 30. Juni waren bereits knapp 1700 Eintrittskarten verkauft.

Prinzipiell erwartet der GFV größtenteils Dynamo-Fans zu diesem Spiel. „Es gibt aber sicherlich auch ein paar Hertha-Fans in der Region“, sagt Gleis. Aber, dass die sich für ein Testspiel ihrer zweiten Mannschaft interessieren, bezweifelt er.

Doch auch wenn es ein paar Anhänger des Berliner Traditionsvereins nächsten Mittwoch auf die Großenhainer Jahnkampfbahn zieht, wird es dennoch ruhig bleiben, glaubt der GFV-Geschäftsführer. „Zwischen Hertha und Dynamo gibt es keine negative Vorgeschichte“, so Gleis.

Beide Vereine sind sich erst zweimal in einem Punktspiel begegnet. Das war in der Saison 2012/13, als beide ersten Mannschaften in der 2. Liga spielten und jeweils ihre Heimspiele mit 1:0 gewannen. Davor und danach sind sich beide Vereine nur in Freundschaftsspielen begegnet.

Ein Problemspiel? Wohl eher nicht. „Aber man weiß heutzutage nie, was passieren kann. Da ist es besser, wenn man vorher darüber spricht“, so Gleis. Eine abschließende Beratung mit Polizei, Sicherheitskräften und GFV-Ordnern ist für Montagabend geplant.

Auch die Stadtverwaltung glaubt, dass alles ruhig bleibt und freut sich auf das Dynamo-Spiel. Stadtsprecherin Diana Schulze sagt: „Dass der Zweitligist in der Röderstadt spielt, spricht für den guten Ruf des Sportstandortes Großenhain und das Engagement im Großenhainer Fußballverein.“
07.07.2016 11:18 Uhr
Quellen
SZ-Online, 07.07.2016: http://www.sz-online.de/nachrichten/hier-kommt-dynamo-nicht-durch-3437141.html