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Großenhainer Kapitän geht von Bord
Sebastian Miltzow beendet seine Laufbahn, sagt Geschäftsführer Alex Gleis. Und er präsentiert den ersten Neuzugang.


Die Saison in der Fußball-Landesklasse Mitte ist beendet. Meister BSV 68 Sebnitz und die beiden Verfolger Germania Mittweida und Stahl Freital verzichteten wie die Kunstblumenstädter auf den Aufstieg. Der Großenhainer FV, den vielen Konkurrenten als spielstärkstes Team im 14er Feld einschätzen, landete auf Rang vier – punktgleich mit Freital. 15 Siege, drei Remis und acht Niederlagen standen zu Buche. Mit dem letzten Spieltag, der in Großenhain einen faden Beigeschmack hinterließ, begann für Geschäftsführer Alexander Gleis bereits die Vorbereitung auf die neue Saison. Dennoch fand der 42-Jährige noch Zeit für ein ausführliches Gespräch.

Herr Gleis, wie schätzen Sie die Saison im sportlichen Rückblick ein?

Generell bin ich der Meinung, dass der Aufstiegsverzicht aller Kandidaten der Liga nicht gut zu Gesicht steht. Am Ende war ja nur noch der Kampf gegen den Abstieg interessant. Unser Ziel war es, unter die ersten Drei zu kommen. In der Endabrechnung waren wir punktgleich mit dem Tabellendritten. Letztendlich konnten wir nur phasenweise unser wahres Leistungsvermögen abrufen. Die Gründe dafür sind vielschichtig, unter anderem waren es auch die Langzeitausfälle von Paul Konrad Witschel oder Spielführer Sebastian Miltzow. Ich denke, fußballerisch hat sich das Team trotzdem nach vorn entwickelt. Haben wir alle Mann an Deck, können wir sicher um den Spitzenplatz mitspielen.

Was muss passieren, damit es zukünftig nicht mehr dazu kommt, dass die drei Erstplatzierten nicht aufsteigen wollen?

Eine schwierige Frage. Die Gründe des Verzichts, liegen sicher nicht in den etwas höheren Fahrtkosten innerhalb der Landesliga. Ich denke, es ist vor allem der sportliche Aspekt. Der Abstand zur Landesliga ist sehr groß geworden, sicher auch durch die Einführung der vier Landesklassen-Staffel. Das heißt, um eine taugliche Mannschaft für die Sachsenliga zusammenzubekommen, entstehen höhere Kosten. Geht die Sache schief, befürchten viele Vereine einen negativen Lauf in der Folge. Es gab in letzter Zeit einige Beispiele, die diese Befürchtungen leider bestätigen. Ich möchte nur den SV See 90, den Post SV Dresden und den Heidenauer SV nennen.

Was sagen Sie zur Länge der Saison?

Unmöglich, wir spielen von Ende Februar bis zum 18. Juni, bei einer Liga von nur 14 Teams. Am 6. Juli fangen wir wieder mit dem Training an, da die Pokalspiele sehr früh stattfinden. Eine vernünftige Sommerpause, in der man in Ruhe planen und etwas verändern kann, sieht anders aus.

Um das abgesagte Heimspiel gegen Freital gab es Diskussionen. Inzwischen sollen sich die Freitaler gemeldet und Angebote unterbreitet haben. Welche?

Ich habe immer noch einen dicken Hals und mir fehlen eigentlich auch die Worte. Die zweite Mannschaft spielen zu lassen und die „Erste“ abzusagen, ist eine grobe Unsportlichkeit. Es stimmt, dass sie uns ein Testspiel angeboten haben und die Schiedsrichterkosten übernehmen. Zudem sollen unsere Fans freien Eintritt für das Punktspiel in Freital erhalten. Damit wird sich unser Vorstand befassen. Ich blicke nicht mehr zurück, mir fehlt einfach die Zeit dafür.

Wird sich am Personalbestand etwas ändern?

Sebastian Miltzow und Christopher Kührt, der in den Trainerstab wechselt, beenden ihre Laufbahn. Lucas Partuschek wechselt zum FV Gröditz. Erster Neuzugang ist Matthias Walther. Matthias ist 27 und ein Defensiv-Allrounder. Er hat früher für Borea gespielt, war danach sechs Jahre beim Heidenauer SV aktiv. Wir kennen uns schon lange und ich freue mich, dass es endlich geklappt hat. Außerdem rücken Nick Volkmann, Tony Richter, Thomas Marcon und Tom Kschiwan aus den A-Junioren nach oben.

Es gibt zwei tolle Ereignisse in der Sommerpause. Die Dynamo Fußballschule weilt unter anderem mit Dixie Dörner in Großenhain und der Zweitliga-Aufsteiger aus Dresden bestreitet ein Testspiel in der Jahnkampfbahn. Können Sie ein paar Details verraten?

Wir haben jetzt etwa 40 Anmeldungen für das Sommercamp vom 4. bis 8. Juli, täglich von 9 bis 16 Uhr. Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 14 Jahren können teilnehmen. Es gibt noch ein paar freie Plätze. Und am 13. Juli folgt das Highlight, dann bestreitet Dynamo erstmals in der Vorbereitung ein Testspiel in der Region. Zu Gast wird die U23 von Bundesligist Hertha BSC sein.

Wie viele Zuschauer sind für die Jahnkampfbahn zugelassen?

Es gibt noch eine Beratung mit der Polizei, aber ich denke, dass rund 3 000 Zuschauer in der Jahnkampfbahn sein werden. Bisher haben wir die Tickets nur hier in der Region verkauft, ab dieser Woche kann man sie auch online bestellen, unter: www.grossenhainticket.de

Wer hat die Dresdner nach Großenhain gelockt?

Ich habe Sportchef Ralf Minge bereits 2014 angesprochen und gefragt, ob es mal möglich wäre, dass Dynamo Dresden in Großenhain spielt. Er hat damals zugesagt, aber die terminliche Planung war sehr schwierig. Aber immer wenn wir uns getroffen haben, hat Ralf gesagt, ja wir machen das auf alle Fälle. Und er hat Wort gehalten, dafür sind wir sehr dankbar. Nun bekommen wir sogar einen Zweitligisten zu sehen. Eine tolle Sache, zumal es auch ein umfangreiches Rahmenprogramm am 13. Juli geben wird. Anpfiff ist um 17 Uhr.

Gespräch: Jürgen Schwarz
27.06.2016 08:22 Uhr
Quellen
SZ-Online, 27.06.2016