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Frust nach Freitaler Spielabsage
Großenhain ist sauer über Stahls kurzfristige Entscheidung. Doch die Freitaler hatten ihre Gründe.


Kein schönes Ende nahm die Landesklasse-Spielzeit für die Fußballer des Großenhainer FV. Eigentlich wollten sie zum Saisonabschluss am Sonnabend gegen Stahl Freital antreten. Bei einem Heimsieg der Großenhainer mit einer Tordifferenz von sechs oder mehr Toren wäre die Elf noch an Stahl vorbeigezogen, das den dritten Tabellenplatz belegt. Doch es kam anders.

Die Freitaler sagten am Sonnabendvormittag um 9.35 Uhr via SMS eintraf ab. Sie hätten nicht antreten könnten. „Es gab mehrere Ausfälle und wir haben bis zuletzt gehofft, dass es doch noch klappt“, erklärt Stefan Birnbaum von Stahls Trainerteam auf SZ-Anfrage. „Leider kam es anders, und telefonisch hatte ich kurz zuvor Großenhains Sportlichen Leiter nicht erreicht.“

Die Großenhainer waren von der Absage geschockt und schieben nun Frust. Auch deshalb, weil der Gastgeberverein zum Saisonfinale für Zuschauer und treue Fans einiges vorbereitet hatte: Das seit Freitag laufende Familiensportfest des Vereins habe nun nicht mehr den angemessenen Rahmen gehabt. Das letzte Punktspiel sollte eigentlich der Höhepunkt dort sein.

Nicht nur auf den Kosten für die Organisation des Familiensportfestes des GFV, sondern auch auf den wichtigen Zuschauereinnahmen sowie den Umsätzen für die Betreiber der Vereinsgaststätte bleibt der Verein nun sitzen. Der Ärger ist groß.

Der erste Vorsitzende des Vereins Andreas Vogel, der am Sonnabendvormittag noch beruflich unterwegs war, erfuhr von der Absage erst kurz vor dem Anpfiff. Seine erste Reaktion: „Das ist die größte Frechheit in dieser Spielklasse seit der Wende.§

Während gegen 15 Uhr auf dem Großenhainer Sportplatz das schnell auf die Beine gestellte Trainingsspiel der Ersten Mannschaft gegen die A-Junioren des GFV stattfand, kämpfte die A-Jugend der Freitaler um den Kreispokal. Und Stahls Reserve kickte seit 13 Uhr in der Kreisliga in Höckendorf. „Das ist der Gipfel der Frechheit, dass Freitals Zweite noch ihr Punktspiel bestreitet“, so Vogel. Birnbaum dazu: „Ich kann den Ärger verstehen, aber die A-Junioren trat zeitgleich im Finale an, und die Zweite spielte kurz vorher, auch für sie ging es noch um Zähler.“ Der Verein habe sich so für ein Antreten der beiden anderen Stahl-Teams und für die Absage in Großenhain entschieden. Nun ist abzuwarten, wie der Verband reagiert. (Kührt/Köhler/ skl)
20.06.2016 12:54 Uhr
Quellen
SZ-Online, 20.06.2016: http://www.sz-online.de/nachrichten/frust-nach-freitaler-spielabsage-3424257.html