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„Jetzt keine Experimente“
Der Geschäftsführer des Großenhainer FV, Alexander Gleis, spricht über eine vergebene Saison und Hoffnung auf die neue.



Herr Gleis, wie sind Sie mit der Vorbereitung auf die Rückrunde zufrieden?

Es läuft ganz gut. Unsere Verletzten sind wieder ins Training eingestiegen. Ich hoffe, dass es so bleibt. Nicht, dass wir wieder so viele Ausfälle haben, wie in der Hinrunde.


Wer war denn verletzt?

In der Hinrunde waren unsere Leistungsträger Sebastian Milzow und Sylvio Schwitzky lange verletzt. Dann hatte sich Christopher Kührt auch schon am zweiten Spieltag verletzt. Er hatte seitdem gar nicht mehr gespielt. Zudem war Paul-Konrad Witschel acht Wochen krank. Das sind alles wichtige Spieler, die in längeren Phasen gefehlt haben. Dann wird es natürlich schwierig, solche Ausfälle zu kompensieren.


Sind die Spieler wieder gesund?

Zum Glück sind sie alle wieder da und trainieren wieder mit. Ich hoffe auch, dass sie bald alle fit sind. Denn wir wollen diese Saison ordentlich zu Ende spielen. Ganz nach oben brauchen wir nicht zu gucken. Die Spitzenmannschaften sind zu weit weg. Aber wir wollen den ein oder anderen Platz gutmachen. Da haben wir noch ein bisschen was vor, sonst wären wir auch nicht in der Winterpause ins Trainingslager gefahren.


Den Aufstieg abgeschrieben und trotzdem ins Trainingslager fahren. Das hat schon für Aufmerksamkeit gesorgt.

Das hat alles mit der Zukunft zu tun. Wir wollen die Truppe weiter zusammenhalten und zusammenschweißen. Die jungen Leute sollen bei uns am Ball bleiben. Denn wir haben hier etwas aufgebaut, wollen unsere Spieler fördern und den Verein voranbringen. Das ist zumindest mein Ziel.


Ist der Aufstieg in die Landesliga für die Zukunft mal ein Thema?

Letztes Jahr wurde uns die Rolle des Aufstiegsaspiranten etwas übergestülpt, obwohl wir es nicht unbedingt wollen. Aber viele Fans und Beobachter von außen hatten gedacht, mit Spielern wie Schwitzky und Witschel spielen die Großenhainer ganz vorn mit. Diese Möglichkeit hätten wir vielleicht auch dieses Jahr gehabt. Aber es müssen viele Faktoren stimmen. Und in dieser Saison hatten wir leider zu viele Ausfälle. Auch wenn jetzt der Druck raus ist, unbedingt aufsteigen zu müssen, haben wir dennoch das Ziel, oben mitzuspielen. Das haben wir in den letzten Jahren geschafft. Aber da werden jetzt auch keine Experimente gemacht. Sonst hätten wir uns mit zwei, drei Spielern verstärken müssen, was im Winter außerdem schwierig ist. Stattdessen geben wir in der Vorbereitung jungen Talenten aus der A-Jugend die Chance, sich in der ersten Männermannschaft zu bewähren.


Kann Großenhain denn solche Spieler wie Schwitzky und Witschel halten, wenn man sich mit der Landesklasse zufriedengibt?

Das ist ja das Problem. Man muss sich höhere Ziele setzen. Auch wenn wir die Landesliga diesmal voraussichtlich nicht schaffen, dürfen sie sicher sein, dass unser Verein den Aufstieg nicht boykottiert, wenn es soweit ist. Das hängt allerdings auch davon ab, dass unsere Sponsoren uns die Treue halten. Amateurverträge, wie zum Beispiel in Riesa, können wir uns aber nicht leisten. Wir setzen stattdessen auf teambildende Maßnahmen, wie eben das Wintertrainingslager, das eine Supergeschichte war. Oder auch jetzt bei den Testspielen, wo jeder seine Einsatzchance erhält. Das ist auch der Weg, den wir weitergehen wollen. Und da müssen wir vor der nächsten Saison sehen, wer noch dabeibleibt. Ich hoffe, dass wir alle im Sommer halten können. Dann ist die Möglichkeit, im nächsten Jahr um den Aufstieg mitzuspielen, natürlich auch viel größer.

Gespräch: Jörg Richter


Bildunterschrift: Seit April 2014 leitet der ehemalige Fußballprofi Alexander Gleis als Geschäftsführer die Geschicke des Großenhainer FV. © Klaus-Dieter Brühl
17.03.2016 10:53 Uhr
Quellen
SZ-Online, 11.02.2016: http://www.sz-online.de/nachrichten/jetzt-keine-experimente-3320944.html