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Die Lust auf besondere Tore
Routinier Tino Wecker hat den Großenhainer FV verlassen. Der 39-Jährige blieb auch nach einem schweren Unfall weiter am Ball.

Von Jens Jahn



Tino Wecker hat den Großenhainer FV verlassen. Zum Ende seiner langen und erfolgreichen Karriere wird der 39-Jährige noch einmal in seiner Heimatstadt Dresden, beim Landesklasse Ost-Vertreter Blau-Weiß Zschachwitz, spielen. „Ein Jahr hänge ich noch in Zschachwitz dran“, erklärt der Personal Trainer: „Es ist eine sehr angenehme Truppe“. Der Mann mit dem Faible für die besonderen Tore plant also seinen Abschied vom Rasen. Unvergessen sein „Tor des Monats“ im MDR-Fernsehen, als er bei seinem damaligen Verein Dresdner SC einen Eckball von der linken Seite mit dem linken Fuß direkt ins Gehäuse beförderte. Anatomisch nahezu unvorstellbar.

Insgesamt 13 Treffer markierte Wecker in der vergangenen Saison für Großenhain, von seiner Treffsicherheit hat er also noch lange nichts eingebüßt. Und das trotz des Handicaps mit einem Spezialschuh zu spielen. Nach einem schweren Motorradunfall im August 2011 mussten Wecker mehrere Zehen amputiert werden. Doch er gab nicht auf und kämpfte sich wieder in die Schützenlisten zurück. Noch heute verneigt sich der sympathische Zeitgenosse tief vor den Verantwortlichen des Großenhainer FV: „Sie haben mich damals in der schwierigen Zeit unheimlich stark unterstützt, mir die Zeit gegeben, mich wieder an den Fußball heranzutasten“. Aufgeben stand für Wecker niemals zur Debatte. „So sollte mein Karriereende nicht aussehen“, war sich der Fußball-Enthusiast sicher.

Einst begann der Torjäger bei Dynamo Dresden im Nachwuchs mit dem Fußball spielen. Für Vereine wie dem Dresdner SC, Budissa Bautzen, Bischofswerda oder Stahl Riesa erlebte Wecker höherklassigen Fußball, bestritt insgesamt 61 Oberliga-Spiele. Nun schließt sich der Kreis.

Die Großenhainer werden ihr „Aushängeschild“ sicher vermissen. Um die Erfolgsquote im Toreschießen dürfte Trainer Andreas Jachmann allerdings nicht bange werden. Mit Paul Konrad Witschel steht immerhin der „Schützenkönig“ der vergangenen Saison in den Reihen des Teams von der Jahnkampfbahn. 30 Treffer markierte Witschel, der einst im Nachwuchs bei Dynamo Dresden und Energie Cottbus kickte, in der letzten Saison. Und es gibt namhafte Zugänge. So verstärkt Sylvio Schwitzky von Budissa Bautzen den GFV. Thomas Löffler kehrte von Stahl Riesa zurück. Außerdem gehören Tony Richter aus Zabeltitz sowie die Nachwuchsleute Georg Winkler, Nick Volkmann und Eric Kirste ab sofort zum Kader. Max Wilhelm Jakob ist in seine alte Heimat gegangen, spielt für den Breesener SV Guben-Nord. Ein erstes Testspiel gegen den bayrischen Kreisklässler SK Heuchling endete mit 13:0 zweistellig. Am kommenden Sonnabend, 15 Uhr, gastiert die SG Weixdorf auf der Jahnkampfbahn.



Bildunteschrif: Tino Wecker spielte höherklassig für den Dresdner SC, Budissa Bautzen, Bischofswerda und Stahl Riesa, bestritt 61 Oberliga-Spiele. Foto: Ronald Bonß © momentphoto.de/bonss
27.10.2015 12:00 Uhr
Quellen
SZ-Online, 14.07.2015: http://www.sz-online.de/nachrichten/die-lust-auf-besondere-tore-3147976.html