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Zähe Kerle in glühender Hitze
von Thomas Riemer

Beim Intersport-kicker-Fußballcamp in Großenhain gab es jede Menge Spaß am und mit dem runden Leder.

Kaum schallt es aus dem Lautsprecher „The final countdown“, scharren die Jungs unruhig mit den Hufen. Es ist ihr Zeichen für: „In fünf Minuten geht was los.“ Nach den fünf Umdrehungen des Sekundenzeigers tönt Safri Duo mit „The bongo song“ – und die 27 kleinen Kicker sind nicht mehr zu halten, stürmen hinter ihre Bälle und die Fahnen des FC Barcelona, Bayern München und Manchester United.

„Wenn er mal zu Hause auch so hören würde“, tönt eine Mutter-Stimme aus dem staunenden Publikum. Doch beim Intersport-Fußball-Camp auf der Großenhainer Jahnkampfbahn herrschen offenbar andere Gesetze. 27 kleine Nachwuchsspieler haben dort am Wochenende drei erlebnisreiche Tage gehabt. Und das trotz mehr als offiziell 35 und gefühlter 50 Grad im Schatten. „Wir haben natürlich sehr viele Trinkpausen eingeschoben und die Einheiten auch ein wenig verkürzt“, sagt Sebastian Grunert. Er ist der Trainer und Chef auf dem Platz, der keine Trillerpfeife, sondern nur Heiko Probst am Mischpult und drei ehrenamtliche Trainer des gastgebenden Großenhainer Fußballvereins für die einzelnen Stationen braucht. Nicht zu vergessen an diesem Wochenende freilich die Eltern und weitere Betreuer, die eimer- und wannen"=schleppend Wassernachschub für die Aktiven bringen. Denn wer den „härtesten Bumms“ aufs Tor setzen will, muss kräftemäßig auf der Höhe sein. Auch für Flugkopfball- und Dribbeltraining sowie Gummistiefel"=Weitschuss werden „ganze Männer“ gebraucht. Und die kleinen Fußballer zwischen sechs und zwölf Jahren erweisen sich als zähe Kerle. „Natürlich stehen fußballerische Aspekte im Vordergrund des Camps“, sagt Sebastian Grunert. „Aber das Wichtigste ist der Spaß für alle.“ Trotz oder vor allem wegen der großen Hitze

Grunert ist selbst Fußballer, hat beim Halleschen FC die Nachwuchsschule durchlaufen. Als Trainer der Intersport-Camps ist der 25-Jährige viel unterwegs, vor allem natürlich in den Sommermonaten. Während der einzelnen Stationen geht er mit dem Mikro zu den einzelnen Teams, macht seine Späße mit den Jungs und deren Eltern, schaut sich Ergebnisse an. „Natürlich sieht man bei dem einen oder anderen Spieler, ob da mehr oder weniger Talent vorhanden ist“, so Sebastian Grunert. Aber er ergänzt auch gleich: „Ich bin kein Vertreter einer Scouting-Abteilung irgendeines Vereins.“ Dass es in Großenhain am Wochenende heiß ist, stört weder die Spieler noch den Trainer. Kein Murren, kein Jammern. „Klar, das ist schon ziemlich heftig“, sagt Grunert. Aber er habe gerade vor zwei Wochen in Augsburg ein Camp gehabt, wo die Teilnehmer bei Dauerregen sogar gefroren haben. Fußball ist eben ein Freiluftsport.

Für Luis, Ben, Colin und die anderen kleinen Kicker ist es indes ein Riesenerlebnis, in den gesponserten gelben Hemden und weißen Hosen auf dem grünen Rasen zu trainieren. Mützen als Sonnenschutz gibt es vom Großenhainer FV dazu. Zusätzlich angespornt wurden die Spieler beim sonntäglichen Familiensportfest, bei dem sie gegen Mutti und Vati an den Stationen antraten. Bei denen gab es erneut so manches Staunen. Diesmal nicht wegen der Disziplin, sondern der fußballerischen Fortschritte ihrer Sprösslinge. Training ist eben alles! Und von wegen „Was Hans nicht lernt, lernt Hänschen nimmermehr“. Es geht auch anders. Als ein Spielervater von Manchester United „The bongo song“ verschlief, gab es für das gesamte Team Straf-Liegestütze - und manch grimmigen Blick der Söhne. So geht Team-Geist.



Anm. d. Vorstandes: Ein gesonderter und aufrichtiger Dank geht an dieser Stelle an die vier GFV-Übungsleiter Heiko Probst, Sebastian Probst, Stephan Kreische und Thomas Kramer, welche das Camp fachkundig begleitet haben. Die Geschäftsleitung bedankt sich recht herzlich für diese Unterstützung!
27.10.2015 12:00 Uhr
Quellen
SZ-Online, 06.07.2015: http://www.sz-online.de/nachrichten/zaehe-kerle-in-gluehender-hitze-3142103.html