NEWSLETTER
KONTAKT
ANFAHRT
Ein Derby ohne Sieger
Beim 2:2-Remis zwischen Lommatzsch und Großenhain schickt der Schiedsrichter drei Spieler vorzeitig vom Platz.

Von Peter Rennert


Ein Derby lebt meist nicht von der Klasse, eher von der Spannung – und da war am Samstag in Lommatzsch mehr als genug vorhanden. Trotz der sehr unterschiedlichen Ausgangspositionen – der GFV als Tabellendritter jenseits von Gut und Böse und der LSV mitten im Abstiegskampf – wurden keine Geschenke verteilt. Es ging zur Sache. Das war auch zu erwarten und so war es doch etwas unverständlich, dass kein erfahrenen Referee als Spielleiter angesetzt wurde. Unabhängig davon machten es dem jungen Schiedsrichter aber beide Mannschaften auch nicht leicht. Zu viel stand auf dem Spiel, besonders für um jeden Punkt kämpfenden Gastgeber.

Natürlich wurde auch noch Fußball gespielt. Die feinere Klinge schlugen dabei zweifellos die Gäste. Sie hatten schon in den Anfangsminuten die Führung auf dem Fuß oder Kopf. Doch weder Paul-Konrad Witschel nach herrlichem Solo schon in noch Alex Gleis konnten den sicheren Rene Jessulat im LSV-Kasten überwinden. Nach einer Viertelstunde hatten sich die Lommatzscher besser auf die Angreifer eingestellt, kamen auch zu einzelnen Chancen. Deren beste vergab Jerome Wolf in der 17. Spielminute. Zwei Minuten später gelang dem LSV die überraschende Führung.

Einen raffiniert getretenen Freistoß von Dirk Thieme konnte Mirko Rossmüller im GFV-Tor nicht festhalten, Uwe Rennert schaltete am schnellsten und jagte den Ball zur Führung in die Maschen. Der Spielverlauf stand Kopf. Ab der 32. Spielminute mussten die Gäste ohne Max Meißner auskommen. Er sah nach einem Foulspiel im Mittelfeld die Rote Karte. Hier legte Schiedsrichter Christoph Herrich aber unterschiedlich Maßstäbe an, denn zuvor hatte der Lommatzscher Fricke dafür nur „Gelb“ gesehen. Den 1:1-Ausgleich (38.) erzielten die Gäste dann durch Tino Wecker vom Strafstoßpunkt nach Handspiel von Sven Huste. Maik Menzel hatte vor der Pause noch die Führung auf dem Kopf, doch diesmal parierte Rossmüller reaktionsschnell und kratze den Ball aus dem Eck.

Die zweite Spielhälfte begann wieder mit einer Herausstellung, diesmal für die Lommatzscher. Routinier Sven Huste erhielt in der 53. Spielminute für eine Allerweltsfoul die Gelb-rote Karte. Dies war erst sein zweites Foul im ganzen Spiel, doch er musste runter. Personell ausgeglichen gab es zehn Minuten später die nächste streitbare Situation. Nach einem Schuss von Torsten Schroth unterlief GFV-Keeper Rossmüller den Ball. Der Rettungsversuch kam zu spät und der Schiedsrichterassistent zeigte zur Mitte. Tor für Lommatzsch.

Doch Schiri Herrich gab den Treffer nach Beratung mit seinem Assistenten wegen Torwartbehinderung nicht. Und das außerhalb des Fünf-Meter-Raumes. Doch Torsten Schroth bekam noch einmal die Chance in der 74. Spielminute. Wieder patzte Rossmüller, doch diesmal zählte der Treffer zur 2:1-Führung. Doch in der letzten Viertelstunde brachte sich der LSV selbst um den möglichen Erfolg. Zuerst bekam der erst eingewechselte David Treuner nach zwei dummen Fouls Gelb-Rot und in der 84. Spielminute gelang Thomas Löffler mit einem direkt verwandelten Freistoß durch die löchrige Lommatzscher Mauer der 2:2-Ausgleich. Rene Jessulat bewahrt den „Neun gegen Zehn“ spielenden LSV mit einer Glanzparade in der 95 . Spielminute vor einer weiteren Niederlage.



Bildunterschrift:

Der sonstige Lommatzscher Torgarant Jerome Wolf_(li.) war bei Thomas Löffler gut aufgehoben und konnte diesmal keinen Torerfolg verbuchen. Stattdessen nutzte der Großenhainer Spezialist für die ruhenden Bälle in der 84. Spielminute eine Freistoß zum 2:2-Ausgleich für die Röderstädter. Foto: Gerhard Schlechte
27.10.2015 12:00 Uhr
Quellen
SZ-Online, 28.04.2014: http://www.sz-online.de/nachrichten/ein-derby-ohne-sieger-2826827.html