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Emotionen vor dem Derby

Großenhainer FV gegen Stahl Riesa: Die Röderstädter wollen eine Serie beenden. Auch die Gäste sind optimistisch. RB Leipzig spielt ebenfalls mit.


Von Thomas Riemer

 

Diese Statistik lügt nicht: Beim letzten Pflichtspiel zweier Männermannschaften des Großenhainer FV und der BSG Stahl Riesa gab es ein 10:2 für die Röderstädter. Glauben Sie nicht? Es geschah am .... dieses Jahres. Allerdings in der Kreisoberliga, als sich die jeweils 2. Mannschaften gegenüber standen.

Am Sonnabend geht es zwei Spielklassen höher für die „Elite“-Teams beider Vereine um Punkte auf der Großenhainer Jahnkampfbahn. Mehr als vier Jahre ist es her, da sich die Teams zuletzt auf dem grünen Rasen trafen. In der Bezirksliga-Saison 2012/13 war das – im Riesaer Aufstiegsjahr. In Großenhain gab es seinerzeit ein 1:1, in Riesa siegte die BSG mit 3:2. Überhaupt sagt die Statistik, dass die Stahlstädter seit 2003 keine Pflichtspielniederlage gegen den GFV hinnehmen mussten. Wohlgemerkt: Die 1. Mannschaft.

Daran will der Landesliga-Aufsteiger um Trainer Andreas Jachmann natürlich etwas ändern. Nachdem bei der Liga-Premiere vor Wochenfrist ein 2:0-Auswärts-Dreier in Reichenbach gelang, sind die Männer um Kapitän Silvio Schwitzky sogar in eine leichte Favoritenrolle geschlüpft. Denn für den Riesaer Kontrahenten begann die Saison mit einer unerwarteten 3:4-Heimpleite gegen Eintracht Niesky – und das nach 3:1-Führung.

Dennoch sei die Stimmung im Verein positiv, sagt Stahl-Vorstandsmitglied Dietrich Hoffmann. „Trotz der Niederlage stimmten die Einstellung und der Kampf gegen Niesky. Das haben auch die Zuschauer gesehen.“ In Großenhain sei deshalb auch angesichts der Nähe mit „sehr vielen“ Stahl-Fans zu rechnen. „Ich denke, die ganze Fangemeinde der BSG freut sich auf das Fast-Heimspiel in Großenhain“, so Hoffmann. Ein „Erzrivale“ sei der GFV jedoch definitiv nicht.

Das sehen die Gastgeber ganz ähnlich. Zwar sei das erste Heimspiel „ein Knaller gleich zu Beginn“ der Landesliga. Doch ansonsten laufen die Vorbereitungen sowohl in der Mannschaft als auch in der Vereins-Etage wie zu jedem anderen Spiel. Trainer Andreas Jachmann dürfte wenig Grund an einer großartigen Umformierung der erfolgreichen Elf aus dem Reichenbach-Spiel haben. Allerdings gibt es arbeitsbedingt einen Ausfall. Letzte Erkenntnisse sollte das Training gestern Abend bringen.

Auf den Rängen erwartet der GFV ob der Brisanz des Prestige-Duells reichlich Andrang. Doch damit hat der Verein nach der Aufstiegsparty sowie dem Gastspiel von Dynamo Dresden im Sommer ja bereits Erfahrung. Auch mit der Tatsache, dass die Zufahrtmöglichkeiten zur heimischen Jahnkampfbahn momentan und wohl für die gesamte Hinrunde sehr eingeschränkt sind. Wegen der Bauarbeiten der Deutschen Bahn sind sämtliche Zufahrtwege von der „Stadt-Seite“ gesperrt – auch für Fußgänger. Daher ist ein Erreichen der Spielstätte nur durch den Stadtpark möglich. Insbesondere den Riesaer Fans wird daher nahegelegt, die „Notlösung“ über die sogenannten Bäckerwiesen zu nutzen. Allerdings sind in unmittelbarer Stadionnähe vergleichsweise wenig Parkmöglichkeiten vorhanden, so dass sich ein Fußmarsch durch den Stadtpark anbietet. Im Stadionbereich wird eine zweite Kasse sein, um insbesondere die Gäste-Fans dort einzulassen. Einen „echten“ Fanblock wird es jedoch nicht geben, so GFV-Geschäftsführer Alexander Gleis.

Er ist einer von jenen Akteuren, die den letzten Punktgewinn einer GFV-Mannschaft gegen Stahl Riesa beim besagten 1:1 2012 als Spieler erlebte. Dass er seinerzeit sogar die Großenhainer Führung erzielte, „daran kann ich gar nicht erinnern“, so Gleis schmunzelnd. Heute ist er nicht nur GFV-Geschäftsführer, sondern auch Co-Trainer von Andreas Jachmann. Auf einen Spielausgang am Sonnabend mag er sich daher verständlicherweise nicht festlegen. „Wir freuen uns auf ein schönes Spiel und wollen nicht verlieren“, sagt er dann aber doch. Auch Dietrich Hoffmann vom Stahl-Vorstand freut sich für alle „auf ein schickes Derby“.

Auf ein weiteres Novum können sich die Beteiligten freuen: Mit Christine Weigelt ist eine Frau als Schiedsrichterin angesetzt. Die 32-Jährige wird von RB Leipzig ins Rennen geschickt und kann auf Erfahrungen in der Oberliga verweisen. Dort leitete sie zuletzt die Begegnung zwischen Lichtenberg 47 und GW Brieselang. Zumindest die Riesaer haben mit ihr als Referee noch keine guten Erfahrungen gesammelt. Vor anderthalb Jahren verlor die BSG in Glauchau mit 0:1 durch ein Tor in der 96. Minute – und Christine Weigelt verteilte acht Gelbe, eine Gelb-Rote und eine Rote Karte. Letztere an Akteure aus Riesa...

18.08.2017 07:52 Uhr
Quellen
SZ-Online, 18.8.2017: http://www.sz-online.de/nachrichten/emotionen-vor-dem-derby-3752089.html