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Mit Power in die neue Liga

Die Aufsteiger aus Radebeul und Großenhain setzen in der 6. Liga eine erste Duftmarke, gewinnen ihre Auftaktspiele recht deutlich.

Von Jürgen Schwarz

 

Natürlich bewerten die beiden erfahrenen Trainer die Auftaktsiege ihrer Mannschaften nicht über, wenngleich der Radebeuler Coach Matthias Müller weiß: „Der Sieg gegen die Reserve des VFC Plauen war wichtig, weil wir jetzt zwei schwere Auswärtsspiele in Hohenstein-Ernstthal und Pirna-Copitz haben. Mit drei Punkten im Gepäck reist es sich auf alle Fälle bequemer.“ Auch Andreas Jachmann, Trainer des Sachsenliga-Neulings aus Großenhain, macht eine ähnliche Rechnung auf: „Unsere Defensivleistung war die Basis für diesen wichtigen und verdienten Auftaktsieg in Reichenbach. Wir wissen allerdings auch, dass es im Heimspiel gegen die BSG Stahl Riesa ungleich schwerer für uns wird.“

Im Radebeuler Weinbergstadion brannten die Gastgeber vor der Pause ein Feuerwerk ab, führten verdient mit 3:0. Die beiden Neuzugänge Robert Lauterbach (13.) und Benno Töppel (27., 42.) trafen ins Schwarze. „Die Jungs waren gut, keine Frage. Robert findet sich immer besser rein, Benno bestätigt die Vorschusslorbeeren.“ Aber auch Innenverteidiger Armand Deugoue erhielt vom Trainer viel Lob: „Abgeklärt, mit viel Übersicht, da haben wir einen richtig Guten geholt.“ Die jungen Gäste aus Plauen versuchten es mit viel Körpereinsatz, wobei es Daniel Schuster übertrieb und sechs Minuten vor dem Pausenpfiff mit „Rot“ vom Platz flog. Dessen Attacke gegen Felix Helm an der Seitenlinie endete zum Glück nicht mit einer schweren Verletzung des RBC-Verteidigers. Für „Lotte“ Müller war der Aussetzer des VFC-Kickers nicht unbedingt verwunderlich: „Ich habe sie beim warm machen beobachtet. Meine Trainerkollegen haben ihre Spieler verbal total heiß gemacht. Ich denke, einige Gemüter waren regelrecht überhitzt.“

In Unterzahl waren die Plauener durch Kevin Wülfert dennoch zum Ehrentreffer gekommen (52.), ehe Zdenek Kopas auf Vorarbeit von Helm in der 79. Minute den alten Abstand wieder hergestellt hatte. „Wir haben auch in der zweiten Halbzeit immer versucht nach vorn zu spielen. Klar, war die Spannung dann etwas raus“, so Müller. „Beim Gegentor sahen wir nicht so gut aus, dann haben wir noch einige Chancen vergeben und einen klaren Elfmeter nicht bekommen.

Müller, erwiesenermaßen ein Taktikfuchs der gern auch mal innerhalb der 90 Minuten sein Team umstellt, ließ diesmal ein 4-2-3-1-System spielen, in dem Erik Talke auf der Sechserposition als Denker und Lenker waltete. „Er hatte wieder einige hervorragende Pässe in der Spieleröffnung im Repertoire.“ Matthias Müller weiß um die Bedeutung des stemmigen Antreibers, dem der Wechsel von Heidenau nach Radebeul (2016) sichtbar gut getan hat. Dennoch, so scheint es, will der RBC-Coach, dem Torhüter Toni Bunzel (Urlaub) sowie Richard Schöne (Arbeit), Marcus Schöne und Wille Richter (beide verletzt) am Sonntag fehlten, personell offensichtlich noch einmal nachlegen. „Ich denke, bis Ende dieser Woche werden wir noch zwei junge Leute verpflichten.“

 

Neuzugänge treffen vor der Pause

„Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnten wir uns gut auf den Gegner einstellen und unsere spielerischen Vorteile ausnutzen“, ließ Andreas Jachmann die ersten Landesligaminuten der Großenhainer Vereinsgeschichte noch einmal Revue passieren. Neuzugang Eric Bachmann markierte das erste Sachsenliga-Tor (18.), ehe Kapitän Sylvio Schwitzky gewohnt sicher einen Foulelfmeter verwandelte (82.).

„Nach dem wichtigen 1:0 haben wir es allerdings versäumt, unsere vorhandenen Torchancen zu einer sicheren Führung bis zur Halbzeit umzusetzen. So blieb es spannend bis in die Schlussphase, in der dann doch noch der entscheidende Treffer für uns fiel“, schätzte der Großenhainer Übungsleiter gewohnt sachlich das Spielgeschehen ein. Die knapp 30 mitgereisten GFV-Fans hatten auf der rund 140 Kilometer langen Heimfahrt freilich genug Grund zum Feiern.

Gleich von Beginn an, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für die Gäste von der Röder. Bereits nach drei Minuten hatte der GFV die erste Chance, doch die scharfe Eingabe von Thomas Löffler verpasste Clemens Krüger. Nach der Führung für den GFV scheiterte Schwitzky am Reichenbacher Schlussmann Hettwer (23.). Der folgende Kopfball von Eric Bachmann ging am Tor vorbei, während Löfflers Heber in der 34. Minute auf dem Tornetz landete. Nach Wiederanpfiff übernahmen die Hausherren das Zepter. Der GFV hatte über weite Strecken Schwerstarbeit zu verrichten, ließ aber kaum eine klare Chance für die Gastgeber zu. Nur sporadisch kam es noch zu Entlastungsangriffen der Großenhainer, viel zu oft wurde der Ball zu ungenau nach vorn gespielt. Nach einem Foul an Henning Lotzmann und dem Elfmetertor durch Schwitzky war die Partie aber entschieden. Max Kirsche hätte das Ergebnis noch höherschrauben können (90.), aber sein Schuss wurde auf der Torlinie geblockt. (mit gm)

 

Radebeul: Schultchen – Deugoue, Schramm, Kopas, Helm, Talke, Müller (73. Heineccius), Adamczyk (86. Partzsch), Töppel, Lauterbach (86. Thiele), Graage,

Großenhain: Roßmüller – Reichl, Walther, Moritz Meißner, Weihrauch, Löffler (85. Hänsel), Bachmann, Lotzmann, Haschke (67. Max Meißner), Krüger (78. Kirsche), Schwitzky.

15.08.2017 08:55 Uhr
Quellen
SZ-Online, 15.8.17, http://www.sz-online.de/nachrichten/mit-power-in-die-neue-liga-3749457.html