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SZ: "Zum Dreier geschlittert"

Von Thomas Riemer (SZ)

Ob es bei der Weihnachtsfeier am Samstagabend große Geschenke gab, ist nicht überliefert. Beim Saisonhalali von Spielern, Betreuern, Fans und Sponsoren des Großenhainer FV dürfte in jedem Fall prächtige Stimmung geherrscht haben. Denn der Landesliga-Aufsteiger gewann am Nachmittag das letzte Spiel des Jahres, das gleichzeitig das erste der Rückrunde war, gegen den Reichenbacher FC mit 2:0. Damit krönte das Team von Trainer Andreas Jachmann ein „sensationelles Jahr“, das mit dem Aufstieg aus der Landesklasse sowie dem Spitzenplatz zur Winterpause in der Landesliga seine Highlights hatte. „Wir haben von 28 Punktspielen nur zwei verloren – besser geht‘s kaum“, resümierte ein aufgeräumter GFV-Coach. „Vor acht Jahren hat die Mannschaft noch Kreisliga gespielt – und jetzt so etwas.“

Dass die Begegnung gegen den Reichenbacher FC kein Spaziergang wird, war indes schon vor dem Anpfiff klar. Noch gut eine Stunde vor Spielbeginn war nicht klar, ob es überhaupt losgehen kann. Frau Holle hatte den Kunstrasen „gedüngt“, und nur dank vieler Helfer mit Schaufel, Schneeschippe und Besen konnte der Platz bespielbar gestaltet werden. Das überaus glatte Geläuf verhinderte allerdings, dass es zum gewohnten gepflegten Passspiel kommen konnte.

Dennoch: Beide Mannschaften bemühten sich von Anfang an um ordentlichen Fußball. Großenhain erwischte dabei den etwas schwungvolleren Start. Doch nach knapp einer Viertelstunde übernahmen die Gäste das Zepter. Die offensive Dreier-Spitze des GFV mit Marx, Krüger und Witschel war in guten RFC-Händen. Vorn rüttelten sehr agile Reichenbacher an den Ketten. Doch der Ertrag war übersichtlich: GFV-Torwart Roßmüller musste mit einem großartigen Reflex in der 28. Minute nur ein Mal vor der Pause ernsthaft eingreifen. Aber auch sein Gegenüber Patrick Hettwer hatte einen zunächst geruhsamen Nachmittag. Ansonsten herrschte in den ersten 45 Minuten weitgehend verteiltes Spiel zwischen den Strafräumen. Torlos ging es zum Pausentee.

Nach dem Wechsel wurde der ohnehin schon kalte Wind für den Reichenbacher FC noch einen Deut eisiger. Der Großenhainer FV übernahm vor allem dank Henning Lotzmann im Mittelfeld das Zepter und „pirschte“ sich vorsichtig in die gefährliche Zone des RFC nach vorn. Nach 53 Minuten der erste Jubel der 80 Zuschauer im Rund: Eine Flanke von Thomas Löffler von rechts fand – gewollt oder auch nicht? – den Hinterkopf von Clemens Krüger. Das Leder senkte sich als Bogenlampe wenige Zentimeter vor der Linie am langen Pfosten, wo wieder einmal Torsten Marx richtig stand.

Der Bann war gebrochen, nicht aber der Widerstand der Gäste aus dem Vogtland. Sie kämpften weiter gefällig und auch bissig, doch so richtig Gefahr im Großenhainer Strafraum kam kaum auf. Die wenigen Bälle aufs GFV-Tor „entschärfte“ Keeper Mirko Roßmüller mit stoischer Ruhe.

Anders die Röderstädter. Als sich Abwehrchef Erik Bachmann in den Angriff einschaltete, verfehlte ein Kopfball des eingewechselten Max Kirsche das Gehäuse nur knapp (65.). Sieben Minuten später schlitterten Bachmann und Marx nur hauchdünn an einer Freistoß-Flanke vorbei. Am 2:0 in der 75. Minute hatte dann Henning Lotzmann den „Löwenanteil“. Seine Kopfballverlängerung nach einem Standard landete vor den Füßen von Torjäger Clemens Krüger. Der umkurvte wieder einmal einen Torwart und schoss flach ein. Damit war der „Drops gelutscht“. Reichenbach resignierte nun, während der Großenhainer FV gut und gerne noch ein Törchen hätte drauflegen können.

„Wir haben verdient 2:0 gewonnen“, fasste sich Coach Jachmann mit dem Spielresümee kurz. Großartige neue Erkenntnisse waren angesichts der Umstände wohl sowieso nicht zu erwarten. „Die Jungs können kämpfen“, hat Andreas Jachmann zumindest wieder einmal erkannt. Seine Gedanken gehen freilich schon ins 2018er Jahr. Und das beginnt am 17. Februar mit dem Nachholespiel in Markkleeberg. Eine Woche später kommt es zum Rückspiel bei Stahl Riesa. Nach dem 2:3 am 2. Spieltag der Hinrunde „brennen“ die Großenhainer schon jetzt auf das Derby.

 

Quelle: SZ-Online, 11.12.2017, http://www.sz-online.de/nachrichten/zum-dreier-geschlittert-3836240.html

geschrieben von: Paul Köhler
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