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SZ: "Großenhain bejubelt starke Hinrunde"

Von Thomas Riemer

Zugegeben – die Tabelle der Fußball-Landesliga ist nach dem 15. Spieltag wegen diverser Spielausfälle verzerrt. Dass der Großenhainer FV als Aufsteiger jedoch als Spitzenreiter und damit inoffizieller Herbstmeister in den Winter geht, ist dennoch ein Märchen für die Röderstädter. Mit einem schwer erkämpften 2:1 (1:1) am Sonnabend gegen den anderen Neuling SV Lipsia 93 Eutritzsch machte die Jachmann-Elf den Deckel drauf auf eine beinahe unglaubliche Herbstserie.

Andreas Jachmann musste – nicht zum ersten Mal – seine Startelf gehörig umstellen. Matthias Walther (krank), Silvio Schwitzky (verletzt) und Clemens Krüger (Urlaub) fielen aus. Dafür spielten die Gebrüder Meißner nach längerer Zeit wieder einmal gemeinsam im Abwehrverbund neben Eric Bachmann und Tom Weihrauch. Vorn erhielten Kevin Jähnig und der lange verletzte Paul Konrad Witschel eine Einsatzchance auf dem Kunstrasenplatz im Sportviertel Husarenpark.

Gleich mit dem Anpfiff wollten die Gastgeber klarmachen, wer hier das Sagen vor 102 Zuschauern hat. Nach acht Minuten lag das runde Leder bereits im Netz der Lipsianer. Doch der Treffer von Witschel wurde zu Recht wegen Abseits nicht anerkannt. Das GFV-Rezept, mit langen Pässen in die Spitze den Kontrahenten zu „überlaufen“, schien trotzdem aufzugehen. Immer wieder konnten sich die Gäste nur durch Fouls zur Wehr setzen. Doch durch diese Unterbrechungen geriet der Motor der Großenhainer ins Stocken. Zudem machte Eutritzsch die Mitte mit viel Geschick eng, ohne nach vorn entscheidende Akzente setzen zu können. Zudem sorgte Schiedsrichter John Körber aus Dresden über die gesamten 90 Minuten mit zahlreichen umstrittenen Entscheidungen auf beiden Seiten dafür, dass keine wirkliche Ruhe einzog.

 

Gäste auswärts weiter ohne Punkt
Die verdiente GFV-Führung fiel dennoch. Der unermüdlich spielende und kämpfende Henning Lotzmann holte sich in der 26. Minute mit großem Einsatz einen Ball im Mittelfeld, schickte Paul Konrad Witschel in die Spitze. Der verwandelte kaltblütig am herausstürzenden Gäste-Keeper Gerstenberger vorbei. Die 93er waren kalt getroffen, nicht nur wegen der Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Dass sie bislang sämtliche Auswärtsspiele dieser Saison verloren hatten, merkte man trotzdem nicht. Im Mittelfeld erreichte das Team von Trainer Arvid Schröpfer nach dem Rückstand Gleichwertigkeit und wohl sogar etwas mehr Ballbesitz. Nennenswerte Chancen erspielte sich die Mannschaft jedoch nicht. Stattdessen hatte wieder Witschel erneut nach toller Lotzmann-Vorarbeit das 2:0 auf dem Schlappen, scheiterte nur knapp am Torwart und am Pfosten (39.). Lipsias einzige Chance versetzte dem GFV mit dem Halbzeitpfiff einen unerwarteten Schock. Nach einem Eckball in den Rücken der Abwehr stand Jonathan Barth am langen Pfosten plötzlich sträflich frei und bedankte sich per Kopf.

Nach dem Wechsel begannen beide Teams recht zerfahren. Auch Schiri Köber blieb seiner eher schwachen Linie treu. Große Torgelegenheiten kamen nicht zustande. Ein Marx-Freistoß von der Strafraumgrenze bereitete dem Gäste-Keeper wenig Mühe. Im Gegenzug dann beinahe die Gäste-Führung, doch mehrere Großenhainer Füße verhinderten, dass der Ball ins Tor ging. In der 59. Minute konnten die Zuschauer dann endlich die erneute GFV-Führung bejubeln. Torschütze war wieder einmal Torsten Marx, der nach einer Ecke von Kevin Jähnig mit dem Kopf traf.

Eutritzsch setzte danach auf mehr Offensive, beorderte den hoch aufgeschossenen Matti Hann weiter nach vorn. Glück hatte der GFV in der 66. Minute, als David Wadewitz den Ausgleich freistehend vergab. Lipsia drückte jetzt, der GFV verlegte sich mehr und mehr aufs Kontern. Der eingewechselte Dennis Scholtissek hätte dabei fast noch das 3:1 gemacht, verzog aber nach einem Sturmlauf knapp. Da auch Lipsia in seiner Schlussoffensive ohne Chancen blieb, reichte es am Ende für die Großenhainer. 93er-Coach Schröpfer war dennoch mit seinen Jungs zufrieden: „Wir haben hier ein gutes Spiel abgeliefert, hatten aber zu wenig Torabschlüsse, waren im letzten Drittel nicht zielstrebig genug.“

Für die Auswärtsschwäche seiner Mannschaft „habe ich keine Erklärung“. Daheim dagegen ist Lipsia Eutritzsch noch ohne Makel. „Zu Hause fühlen wir uns einfach wohl“, so Schröpfer. Trainerkollege Andreas Jachmann sprach nach der Begegnung von einem „dreckigen Sieg, den wir uns erarbeiten mussten“. Angesichts der ausgedünnten Personaldecke „waren das drei wichtige Punkte, auch wenn es heute kein fußballerisches Highlight war“.

Natürlich freut man sich in der Röderstadt jetzt über den „Herbstmeistertitel“, ohne übermütig zu sein. An einen „Durchmarsch“ glaubt hier niemand, auch wenn die ursprünglichen Saisonziele bislang weit übertroffen wurden. Das schwerste Spiel ist immer das nächste – und da kommt zum Rückrundenauftakt am kommenden Sonnabend der Reichenbacher FC, der bei Eintracht Niesky unter die Räder kam (1:6), in den Großenhainer Sportpark.

 

Bildunterschrift: Grund zum Jubel gab es für die Großenhainer in ihrem ersten Landesliga-Halbjahr reichlich. Neun der 14 Hinrundenpartien gewann der Neuling in der sechsten Liga und führt die Tabelle aktuell an. Foto: Matthias Kost

 

Quelle: SZ-Online, 4.12.2017, http://www.sz-online.de/nachrichten/grossenhain-bejubelt-starke-hinrunde-3830960.html

geschrieben von: Paul Köhler
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